Die Knolle ächzt unter der Hitze

Bargdorf: Ernte 2019 bei Speisekartoffeln unterdurchschnittlich

Auf gut 40 Hektar baut der Bargdorfer Christian Meyer Speisekartoffeln an, er rechnet mit einem etwas weniger schlechten Erntejahr als 2018.
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Auf gut 40 Hektar baut der Bargdorfer Christian Meyer Speisekartoffeln an, er rechnet mit einem etwas weniger schlechten Erntejahr als 2018.

Bargdorf – Christian Meyer lässt den Blick über den Kartoffelacker schweifen. Das Wetter zum Ernten ist gut, doch beim Ertrag erwartet der Bargdorfer Landwirt, der auf gut 40 Hektar Speisekartoffeln anbaut, kein gutes Jahr.

„Insgesamt wird es bei Speisekartoffeln ein etwas weniger schlechtes Jahr als das letzte“, sagt er.

Dafür gibt es laut Meyer mehrere Gründe. So war das Frühjahr viel zu trocken. „Wir hatten noch ein Defizit aus dem Vorjahr. Der Boden war und ist furztrocken“, fasst er zusammen. Dabei braucht die Speisekartoffel in der Wachstumsphase genügend Wasser. Regen hat es dieses Jahr durchaus gegeben. Es seien auch mal 26 Millimeter runtergekommen, insgesamt sei aber zu wenig gefallen und das ließe sich auch nicht mit Beregnung ausgleichen. „Nach dem letzten Jahr müssen wir bei der Beregnung auch den Wasserhaushalt im Auge behalten“, sagt Meyer. Für die Hackfrüchte habe er auf die Beregnung von Getreide verzichtet. Die ganze Region brauche unbedingt für die gesamte Vegetation satte Landregen mit 40 Millimetern Niederschlag.

Die Hitze hat laut Meyer den größten Anteil an der eher schlechten Ernte. „Die zwei Hitzeperioden haben der Pflanze zugesetzt. Vor allem die zweite mit Temperaturen von bis zu 40 Grad hat sie K.-o. geschlagen. Genau wie der Mensch hat auch die Pflanze bei so einer Hitze zu knapsen“ sagt Meyer. Temperaturen bis 28 Grad vertrage die Speisekartoffel recht gut – alles darüber sei kritisch. Für die Kartoffel sei es in dieser Phase daher nur noch ums Überleben gegangen. Ein Wachstum der Knollen, was zu dieser Zeit normalerweise stattfindet, habe es hingegen nicht mehr gegeben. Die Folge: Die Speisekartoffeln werden dieses Jahr kleiner ausfallen. „Die Übergrößen fehlen und die Kartoffeln sind allgemein eher klein“, sagt Meyer. Insgesamt würde er den Ertrag bei Speisekartoffeln dieses Jahr als eher gering einschätzen.

Sorgen bereiten den Bargdorfer auch die gleichzeitig gestiegenen Kosten für Strom, Beregnung und die neue Verpackungsverordnung.

Auch das Landvolk Niedersachsen rechnet mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. „Die Ernteprognose ist differenziert zu betrachten. Überall dort, wo es einigermaßen geregnet hat oder beregnet werden konnte, werden die Erträge ordentlich sein. Doch Regen ist in den wenigsten Regionen gefallen“, erklärt Uelzens Kreislandwirt Thorsten Riggert in einer Pressemitteilung des Landvolks. Die Kartoffel-Regionen Uelzen, Diepholz oder Lüchow habe es extrem getroffen, der Heidekreis sei etwas glimpflicher davongekommen. Hier werden allerdings weniger Kartoffeln angebaut.

VON LARS LOHMANN

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