24-Stunden-Schwimmen im Bienenbütteler Bad: Sportlicher Spaß für Klein und Groß

Bahn für Bahn durchs kühle Nass

Sie ziehen ihre Runden durch das Becken des Bades: Die Teilnehmer des 24-Stunden-Schwimmens versuchen, während der Zeit so viele Meter wie möglich zu schwimmen. Fotos: Holzgreve
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Sie ziehen ihre Runden durch das Becken des Bades: Die Teilnehmer des 24-Stunden-Schwimmens versuchen, während der Zeit so viele Meter wie möglich zu schwimmen.

Bienenbüttel. Das Wasser glitzert hellblau in der Abendsonne, vom Schwimmmeister-Turm her schallt Disco-Musik. Und die sechs Bahnen im Waldbad Bienenbüttel sind dicht belegt. Es geht auf den Abend zu, da haben die ersten nach Beginn um 15 Uhr schon mächtig Kilometer weg.

Michaela Möller

Lasse (12) ist schon 4100 Meter geschwommen. Und sein Vater, Holger Ratajczak, ist stolz auf ihn. Als Schwimmmeister wacht er gemeinsam mit seinem Kollegen Jens Weissmann über das 24-Stunden-Rennen im Waldbad. Zum 13. Mal richten die beiden das Rennen aus. Und eine kleine Zeltstadt auf der Liegewiese zeigt am Sonnabendabend schon an, dass hier 200 Teilnehmer wild entschlossen sind, sich eine Menge abzuverlangen – auch in der Nacht.

Das Wettkampfgericht notiert die zurückgelegten Meter der Teilnehmer auf Karten.

„Jeder Teilnehmer schwimmt in den 24 Stunden soviel wie es geht“, sagt Ratajczak. Teams und Familien sind neben der Einzelwertung ausdrücklich zugelassen. „Wir haben Gäste aus Cuxhaven, Hamburg und Ebstorf – und natürlich die Bienenbütteler. Meistens schwimmen unsere ganz normalen Badegäste“, weiß der Badleiter. Michaela Möller vom Team „Die Tischtennis-Topspin-Treibhölzer“ weiß zu berichten, dass das Team schon mal gar kein Zelt aufgestellt hat. „Schwimmen, Pause, Schwimmen, Pause“, lautet hier die Devise. Die 43-Jährige hat die ersten fünf Kilometer zurückgelegt, will 25 Kilometer schaffen und schwimmt dann vor allem nachts. „Da sind nicht so viele Menschen im Wasser, die man überholen müsste.“ Das fünfköpfige Topspin-Team, allesamt sind Mitglieder der Tischtennisabteilung des TSV Bienenbüttel, hat sich den Termin für das 24-Stunden-Rennen schon lange in den Kalender eingetragen. „Treibholz schwimmt immer“, sagt sie, lacht und geht mit Teammitgliedern im Waldbad-Kiosk eine Bratwurst und Pommes Frites essen.

Die DLRG-Abordnung aus Ebstorf – die Betreuer sind mit gut 15 Kindern und Jugendlichen, großen und kleinen Zelten angereist – hilft unterdessen dem Kampfgericht weiter. Wie andere Freiwillige auch, machen sie am Beckenrand auf den blauen Schwimmkarten der Teilnehmer für alle zurückgelegten 100 Meter ein Kreuz. Ulrike Fritz muss wegen der tiefstehenden Sonne schon die Hand vor die Stirn halten, um die Schwimmer auf ihrer Bahn im Auge zu behalten. Sie ist mit ihrem Sohn und ihrem Neffen ins Waldbad gekommen – und weiß, dass sie so viel nicht schwimmen wird. „1500 Meter vielleicht“, sagt die 52-Jährige. Es gehe ihr und ihrem Sohn ja auch um etwas ganz Anderes als Rekorde zu schwimmen. Denn: „Wann kann man im Freibad schon mal zelten?“

Von Christian Holzgreve

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