Gemeinde verneint

Aufregung um Schmutzwasserkanal: Anwohner befürchten Kahlschlag in Steddorf

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Entlang des Gemeindeverbindungsweges von Steddorf nach Neu Rieste soll der Schmutzwasserkanal gebaut werden, Anwohner fürchten einen Kahlschlag.

Steddorf – Aufregung herrscht bei Anwohnern der Straße „An der Dohle“ in Steddorf. Sie kritisieren den geplanten Bau eines Schmutzwasserkanals für das Baugebiet Kuhlfeld, der hinter ihren Grundstücken entlang des Gemeindeverbindungsweges nach Neu Rieste gebaut werden soll.

Man fühle sich unzureichend informiert, sagt Norbert Dieckmann. „Das Ganze ist sehr kurzfristig auf uns zugekommen“, sagt Dieckmann, der im Urlaub in Bayern weilte, als er von dem Schreiben erfahren hat.

Seine Befürchtung und die seiner Nachbarn ist, dass durch die geplanten Arbeiten der Bewuchs entlang der Straße – vor allem die Schlehen – in Mitleidenschaft gezogen werden oder sogar gänzlich ohne Ersatz gefällt werden. Daher habe er auch den Landkreis von der Situation in Kenntnis gesetzt, sagt Dieckmann.

Der Landkreis Uelzen wiederum hat sich die Lage vor Ort bereits gemeinsam mit der Bienenbütteler Verwaltung angeschaut, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. Dabei sei es darum gegangen zu klären, in welchem Umfang anlässlich der Bauarbeiten Gehölze zu beseitigen sind und ob dies mit Bestimmungen im Bundesnaturschutzgesetz im Einklang steht.

„Der Kanal wird auf dem 1,80 Meter breiten unbefestigten Streifen neben der Gemeindestraße errichtet“, erklärt Bienenbüttels Bauamtsleiterin, Inga Heitmann, auf AZ-Nachfrage. Die Gemeinde habe nicht vor, Bäume zu fällen. Angrenzende Hecken müssten gegebenenfalls zurückgeschnitten werden. „Es ist ein Pflegeschnitt, nichts weiter“, sagt Heitmann. Gleichzeitig würde man am angrenzenden Entwässerungsgraben Wucherndes beseitigen. „An die Schutzpflanzungen selbst, die auf den Grundstücken der Anwohner stehen, gehen wir nicht ran“, erklärt die Bauamtsleiterin. Auch aus dem Landschaftsschutz sei die Fläche im vergangenen Jahr entlassen worden.

Selbstverständlich sei zudem, dass die Gemeinde Bienenbüttel, wenn etwas wirklich zu Schaden kommen sollte, für einen Ersatz sorgen wird. Sie gehe davon aus, dass die eigentlich für den Wochenbeginn angesetzten Arbeiten zum Ende der Woche starten können. Der Schmutzwasserkanal selbst ist für die Erschließung des Baugebiets Kuhlfeld notwendig und so auch im Bebauungsplan eingezeichnet worden.

VON LARS LOHMANN

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