Stürme „Xavier“ und „Herwart“ sorgten für viele umgekippte Bäume

In Grünhagen: Das Aufräumen läuft noch immer

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Grünhagen, direkt an der B 4: Die Stürme „Xavier“ und „Herwart“ haben im vergangenen Jahr zahlreiche Bäume umstürzen lassen. Die Aufarbeitung der Schäden läuft noch immer, sagt Revierförster Malte Dicke: „Friederike hat uns zum Glück verschont.“

Grünhagen. Wer auf der Bundesstraße 4 zwischen Grünhagen und Melbeck unterwegs ist, der kann dort noch immer die Ausmaße der Sturmtiefs „Xavier“ und „Herwart“ begutachten.

„Die Aufarbeitung läuft noch“, berichtet der zuständige Revierförster der Niedersächsischen Landesforsten, Malte Dicke. Auf einer etwa ein Hektar großen Fläche haben die beiden Stürme im vergangenen Jahr Bäume entwurzelt. Stämme und Äste liegen noch wild verstreut auf dem Stück direkt an der Bundesstraße.

„Wir hatten Glück, dass Friederike uns hier verschont hat“, sagt Malte Dicke. Im südlichen Niedersachsen sei die Situation aktuell deutlich gravierender. Er spricht von zum Teil 100 Hektar großen Flächen, auf denen Bäume umgekippt sind. Dennoch sei die Menge an umgestürzten Bäumen auch im Bereich Grünhagen schon gravierend, und vor allem deutlich größer als in den Jahren zuvor.

Aktuell geht Malte Dicke von mehr als 1000 Festmeter Holz aus. Das Positive: „Wir können das Holz noch nutzen.“ Großer finanzieller Schaden entstehe erst dann, wenn man die umgekippten Bäume liegen lassen würde. Dann nämlich bieten sie einen guten Nistplatz für Käfer, die dann wiederum die gesunden Bäume befallen, erklärt der Revierförster, der sein Amt zum 1. Dezember des vergangenen Jahres angetreten hat.

Am Ortsausgang Grünhagens in Richtung Eitzen I haben die Stürme eine weitere rund anderthalb Hektar große Fläche kahl rasiert. „Das waren zum Teil 160 Jahre alte Deutsche Eichen, die hier standen“, betont Dicke. Dass selbst diese Bäume umgerissen wurden, zeige, welche enormen Kräfte bei einem solchen Sturm wirken.

Im gesamten Wald bei Grünhagen, der rund 350 Hektar groß ist, liegen diverse einzelne Windwurfbäume. „Die müssen wir auch noch aufarbeiten“, sagt Dicke. Damit wolle er aber noch warten. Denn die Sturmzeit sei noch nicht vorbei. Die Arbeiten werden wohl Ende Februar oder Anfang März beginnen.

Ein möglicher weiterer Sturm könnte noch deutlich größeren Schaden anrichten, blickt Malte Dicke voraus: „Dadurch, dass viele Bäume schon unten sind, bieten sich nun bessere Angriffsflächen für Stürme.“ Auch die anhaltende feuchte Witterung ist ein Problem: „Die Böden sind nass und nehmen kein Wasser mehr auf.“

Schwierig gestalte sich zudem die Personal- und Maschinensituation, erklärt Dicke. Denn wegen der gravierenden Schäden im südlichen Niedersachsen würden dort viele Forstarbeiter gebraucht, die eigentlich noch mit der Aufarbeitung in der hiesigen Region beschäftigt sind.

Von Florian Beye

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