Nach Kostenexplosion kommt alles auf den Prüfstand / Rechnungsprüfungsamt und Fachanwalt sollen Ursachen finden

Arena Lüneburger Land wird vorerst weiter gebaut

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Die Kosten für die Arena Lüneburger Land sind stark angestiegen, das Rechnungsprüfungsamt soll die Steigerungen jetzt untersuchen.

Lüneburg – Die Bauarbeiten für die Arena an der Lüner Rennbahn in Lüneburg gehen zunächst weiter: Der Kreisausschuss sprach sich jetzt einstimmig gegen einen Baustopp aus.

Die Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 10,2 Millionen Euro brutto, die bereits vergeben sind, sollen fortgeführt werden. Vor dem nächsten Kreistag am 13. Mai werden Aufträge nur in Ausnahmefällen und in Abstimmung mit dem Kreisausschuss vergeben, teilt die Sprecherin des Landkreises Lüneburg Katrin Holzmann mit.

Gleichzeitig wird es personelle Änderungen bei der Projektleitung geben. Der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Hans-Richard Maul ist ab sofort für die baufachliche Begleitung der Baumaßnahmen auf dem Hallengrundstück zuständig, Kreisrätin Sigrid Vossers für die übrigen vertraglichen Angelegenheiten, beispielsweise den Betreibervertrag, das Verkehrsgutachten, die Parkplätze außerhalb des Grundstücks sowie die Steuerfrage. Der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer hatte dem Landrat Anfang vergangener Woche angeboten, die Projektleitung abzugeben.

In der nichtöffentlichen Sitzung habe die Kreisverwaltung die Ausschussmitglieder noch einmal persönlich über die Kostenentwicklung und die Folgen eines Baustopps informiert, so Katrin Holzmann: Die aktuelle Schätzung von Mitte März beziffert die Kosten für die Arena inklusive Grundstück, Beratungskosten, Mehrwertsteuer und einem Sicherheitsaufschlag auf rund 25,7 Millionen Euro.

Wie es zu der Kostenentwicklung kommen konnte, soll jetzt das Rechnungsprüfungsamt als unabhängige Instanz gemeinsam mit einem externen Fachanwalt untersuchen. Auf Vorschlag von Landrat Manfred Nahrstedt erteilte der Kreisausschuss jetzt nach dem Kommunalverfassungsgesetz den Prüfauftrag. Dabei soll geklärt werden, wo die möglichen Ursachen liegen, die zu einer Kostensteigerung bei der Arena Lüneburger Land geführt haben und wer was getan beziehungsweise unterlassen hat. Diesen und weiteren Fragen rund um die Planungen für die Veranstaltungshalle sollen die Prüfer nun auf den Grund gehen. In den Auftrag fließen auch Erkenntnisse aus der Akteneinsicht durch die Politik ein.

Die Betriebskosten der Arena und die zugrunde liegenden Auslastungserwartungen sollen durch eine unabhängige Stelle, etwa einen Wirtschaftsprüfer, untersucht werden.

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