Maßnahme in Bienenbüttel

Arbeitssuchende helfen bei Rad- und Wanderwegsanierung

Mit dem Grassodenschneider sind Ernst-Werner Vischer (links) und Oliver Müller derzeit jeden Morgen auf den Rad- und Wanderwegen in Bienenbüttel im Einsatz.

Bienenbüttel. Oliver Müller ist sichtlich zufrieden mit seinem Werk: Mit dem Grassodenschneider eilt er zügigen Schrittes über die sandigen Wanderwege in Bienenbüttel, die derzeit in Schuss gebracht werden. Seit zwei Wochen schlüpft Müller dafür schon früh am Morgen in seine neon-orange Arbeitsweste.

Es sei ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden, sagt er. Noch vor zwei Wochen sah sein Alltag ganz anders aus: Denn der 30-Jährige war mehrere Monate lang arbeitssuchend.

Die Gemeinde Bienenbüttel hat nun im Zuge der Rad- und Wanderwegesanierung zwei Arbeitssuchende aus der Einheitsgemeinde für die Maßnahme beschäftigt. „Ich glaube, durch diese Motivation und den Arbeitseifer der dort Beschäftigten kann eine Menge erreicht werden“, sagt Bürgermeister Dr. Merlin Franke und kann sich vorstellen, dass dadurch auch Mittel eingespart werden. „Uns war es wichtig, dass man den Menschen damit eine Chance gibt.“

Diese Chance hat Oliver Müller beim Schopfe gepackt. „Damals war ich gleich der Erste, der gesagt hat: Ich mache das“, erinnert er sich. Einige Monate zuvor hatte der junge Familienvater seine Anstellung als Gleisbauer verloren – die Firma ging insolvent, Müller verlor sein Einkommen. „Es ist toll so eine Chance zu kriegen“, findet Gemeindemitarbeiter Ernst-Werner Vischer, der den Kontakt zu den beiden Arbeitssuchenden herstellte. „Da weiß man wieder, warum man morgens aufsteht.“

Für die Sauberkeit im Ort zuständig, packt er bei der 10 000-Euro-Maßnahme mit an. Die beiden zusätzlichen Kräften stehen mit der Gemeinde so lange in einem Arbeitsverhältnis, bis die Budgetmittel für die Wanderwege-Sanierung aufgebraucht sind. Etwa vier Wochen, schätzt Vischer, würden die Arbeiten noch andauern. Um die ursprüngliche Breite von 1,20 Metern wieder herzustellen – noch sind die Wege teilweise nicht breiter als 20 bis 30 Zentimeter – werden die Seitenränder von Gras und Unkraut befreit. Demnächst soll dann ein Sand- und Kiesgemisch aufgetragen werden.

Vischer und Müller haben sich viel vorgenommen: „Wir versuchen, jeden Tag 100 Meter beidseitig zu schaffen.“ Und Oliver Müller hofft darüber hinaus, „dass es danach weitergeht und ich woanders auch noch gebraucht werden kann.“ Bürgermeister Franke jedenfalls sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass – wenn das Projekt weiter so gut läuft – das etwas ist, das man in den kommenden Jahren fortsetzt.“

Von Anna Petersen

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