Wichmannsburg: Drei Fastende erzählen, wie es ihnen eine Woche lang ohne Essen ergangen ist

Appetit ja, Hunger nein

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Christine Meyer, Erich Schwentke und Eva Maly (von links) haben beim Gruppenfasten in Wichmannsburg mitgemacht. Für sie gibt es beim Fasten keine negativen Aspekte. Hunger haben sie nie verspürt.

Wichmannsburg. „Nein!“ Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Christine Meyer, Eva Maly und Erich Schwentke sind sich einig: Beim Fasten gibt es aus ihrer Sicht keine negativen Aspekte. Eine Woche lang auf Essen zu verzichten? Kein Problem für die Drei.

„Das hat eigentlich auch gar nichts mit Verzicht zu tun“, sagt Erich Schwentke. Wer sich einmal bewusst dazu entschieden habe, zu fasten, der gewinne vielmehr als das ihm etwas fehle, ist der 54-jährige Hohenbosteler überzeugt.

Wie 15 weitere Männer und Frauen haben Meyer, Maly und Schwentke bis Mittwoch eine Woche lang in Wichmannsburg in der Gruppe gefastet, unter Anleitung von Gerd-Peter Hoogen, Pastor in Ruhestand. „In der Gruppe zu fasten ist einfacher“, sagt Eva Maly. Die 44-jährige Steddorferin hat früher mehrmals im Jahr alleine gefastet, ist nun zum zweiten Mal in der Wichmannsburger Gruppe dabei gewesen. „Man redet offen über alles, über Höhen und Tiefen“, erzählt Maly.

Das gelingt, weil alle Teilnehmenden im gleichen Boot sitzen, erklärt die Bienenbüttelerin Christine Meyer: „Die Fastenerfahrung machen ja alle zusammen.“ Zudem leite Gerd-Peter Hoogen zu vielen Übungen und Spielen an, die das Gruppengefühl weiter stärken. „Zum Beispiel, wenn man sich mit anderen über acht Glücksmomente aus dem eigenen Leben unterhalten soll“, sagt die 39-Jährige.

Das Fasten an sich führe vor allem dazu, dass man über das eigene Leben und die eigene Person nachdenke: „Ich werde viel ruhiger und gelassener“, sagt Erich Schwentke. Christine Meyer und Eva Maly nicken zustimmend. Man habe während der Fastenwoche viel mehr Energie, sind sie sich einig. „Wenn man nichts isst, merkt man erstmal, wie viel Energie sonst die Verdauung benötigt“, sagt Schwentke. Wie viel Energie man hat, zeige auch die Tatsache, dass die Gruppe am fünften Fastentag 19 Kilometer gewandert ist.

Hunger haben sie alle Drei nicht verspürt, obwohl sie während der Fastenwoche weiter voll berufstätig gewesen sind und sogar für ihre Familien gekocht haben. „Appetit hatte ich, und aus Gewohnheit war ich immer mal wieder kurz davor, etwas zu essen“, erzählt Christine Meyer. Während sie gefastet hat, habe sie es genossen, Kochsendungen im Fernsehen zu schauen. „Das war irgendwie wie Fremdfreuen“, sagt Meyer. Auch Eva Maly erzählt, dass sie gerne Kochsendungen während der Fastenzeit schaut und sogar ihre eigenen Rezeptordner durchforstet: „Die Vorfreude auf leckeres Essen ist natürlich da.“

Das Fazit von Schwentke, Meyer und Maly fällt rundum positiv aus: Sie fühlen sich besser, gesünder und gestärkt. Als netten Nebeneffekt haben sie alle auch das eine oder andere Kilo an Gewicht verloren. „Das Wichtigste ist aber das Zu-sich-selbst-finden.“

Von Florian Beye

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