EHEC: Münsteraner will Bienenbütteler wegen fahrlässiger Tötung verklagen

Bienenbüttel: Erste Anzeige gegen Sprossenhof

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Eine Schale mit EHEC-Kolonien auf Nährboden: Wie der EHEC-Erreger an die Sprossen des Bienenbütteler Biohofes gelangt ist, wird noch fieberhaft untersucht. Foto: dpa

dpa/ib Bienenbüttel-Steddorf. Wegen der mit EHEC-Keimen belasteten Sprossen aus Bienenbüttel ist Anzeige gegen die Betreiber des Biohofes erstattet worden. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg prüft derzeit den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und gemeingefährlicher Vergiftung.

Ein Mann aus Münster, der selbst nicht an EHEC erkrankt ist, hatte die Betreiber angezeigt. „Wir prüfen derzeit, ob wir das Verfahren zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft Oldenburg abgeben. Dort ist die Zentralstelle für Landwirtschaftsstrafsachen“, sagte der Behördensprecher. Weitere Anzeigen im Zusammenhang mit dem Biohof lägen bislang nicht vor.

Derweil ist in Deutschland zum ersten Mal ein Kind an dem gefährlichen Darmkeim EHEC gestorben. Ein zweijähriger Junge aus Celle starb gestern an den Folgen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS). Bislang war das jüngste vom Robert Koch-Institut (RKI) registrierte Opfer in Deutschland 20 Jahre alt. Damit steigt die Zahl der Toten in Niedersachsen auf zwölf. Bundesweit wurden bis Pfingstmontag 36 Tote gemeldet.

Wie der Celler Amtsarzt Carsten Bauer der „Celleschen Zeitung“ bestätigte, starb das Kleinkind am frühen Morgen infolge von Nierenversagen und einer Auflösung von roten Blutkörperchen. In der Familie seien zudem der zehnjährige Bruder und der Vater an EHEC erkrankt. Diese sind inzwischen aber nach Angaben des Amtsarztes bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Wie sich die Familie angesteckt hat, war zunächst noch unklar.

Die weiteren Ermittlungen in dem Biogärtner-Betrieb im Bienenbütteler Ortsteil Steddorf würden indes nach Aussage von Gert Hahne, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, mit Hochdruck fortgeführt. Denn noch ist immer nicht geklärt, wie die EHEC-Keime auf die Sprossen des Bienenbütteler Hofes gelangt sind.

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