Heute läuft die Anmeldefrist für das schnelle Internet aus / Am Montag nennt der Landkreis Zahlen

Anträge in letzter Minute

Über Lichtsignale aus Glasfaserkabeln sollen die Menschen in den unterversorgten Gebieten ins Internet gehen. Am Montag steht fest, ob es in Bienenbüttel und Bad Bevensen genug Anmeldungen gab. Foto: dpa
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Über Lichtsignale aus Glasfaserkabeln sollen die Menschen in den unterversorgten Gebieten ins Internet gehen. Am Montag steht fest, ob es in Bienenbüttel und Bad Bevensen genug Anmeldungen gab.
  • Gerhard Sternitzke
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Bienenbüttel/Bad Bevensen. Auch schnelles Internet braucht Zeit. Drei Monate hatten die Bürger in den ersten beiden Clustern des Glasfaserprojekts Zeit, sich einen Anschluss zu sichern.

Heute läuft die Frist für Bienenbüttel und Bad Bevensen ab – und es ist zumindest eng. Die notwendige Quote von 60 Prozent ist in der Kurstadt noch nicht erreicht, hat der Stadtsprecher mitgeteilt. Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg warnt vor einem Scheitern. In Bienenbüttel stehen die Chancen dagegen besser.

„Ich bin optimistisch, dass wir die Quote halten und dass wir den notwendigen Prozentsatz schaffen“, sagte Bürgermeister Dr. Merlin Franke jetzt im Gemeinderat. Rathausmitarbeiter seien von Tür zu Tür gegangen. Die Ratsmitglieder rief er auf, weiter für das Projekt zu werben: „Ich möchte an Sie appellieren, Nachbarn, Freunde und Verwandte anzusprechen.“

Konkrete Zahlen gibt es im Moment nicht. Der Landkreis kündigt an, die Öffentlichkeit am Montag zu informieren. Norbert Hill, Geschäftsführer der Firma Lünecom, die das Glasfasernetz für 25 Jahre pachten wird, betont: „Die absoluten Zahlen sind hoch. Gerade in den letzten Tagen gehen noch viele Anträge ein“, so Hill. „Das Produkt wird sehr gut angenommen. Man muss den Leuten nicht mehr erklären, dass Glasfaser gut ist.“ Dass es im Bevenser Raum knapp wird, erklärt er mit dem teilweise anonymeren Umfeld.

Für den schleppenden Beginn der Anmeldungen hat Hill eine eigene Erklärung: „In den ländlichen Regionen ist es so, dass der Kunde das erstmal besprechen muss. Dann bildet man sich ein Urteil, lässt es liegen und gibt den Antrag dann ab.“ Auch Ältere, die selbst kein Internet nutzten, hätten die Chance gesehen, ihr Haus aufzuwerten. Da die Telekom die alten Verträge kündige, stünden sie ohnehin vor einer Vertragsänderung. „Gerade die ältere Personengruppe ist aufgeschlossen gewesen. „Am skeptischsten“, so Hill, „sind die 41- bis 50-Jährigen. Sie hinterfragen mehr, brauchen mehr Argumente sind preissensitiv.“

Parallel zur Vorvermarktung in den ersten Clustern bereitet die Lüneburger Firma bereits die technische Umsetzung vor, wie Hill berichtet: „Wir nehmen mehrere Millionen Euro in die Hand, um die Technik in die Verteilerkästen zu bringen.“

Von Gerhard Sternitzke

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