Die Angst ist bei Sunny geblieben

Angeschossener Kater in Bargdorf ist aber auf dem Weg der Besserung

„Die Tiere sind Familienmitglieder, das nimmt einen mit“, sagt Werner Zymmek über das Schicksal seines Katers Sunny, der angeschossen wurde.
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„Die Tiere sind Familienmitglieder, das nimmt einen mit“, sagt Werner Zymmek über das Schicksal seines Katers Sunny, der angeschossen wurde.

Bargdorf – Scheu schaut Sunny am Stuhl vorbei. „Er ist immer noch sehr ängstlich“, sagt Manuela Zymmek. Der Kater hatte sich im vergangenen Jahr mit elf Schrotkugeln im Leib zu seinen Besitzern in Bargdorf geschleppt (AZ berichtete).

Zweimal ist er inzwischen operiert worden, alle Kugeln konnten aber nicht entfernt werden.

„Wir waren bei einem Spezialisten in Hamburg. Die Kugeln sitzen zu nah an der Wirbelsäule, die Gefahr, dass Sunny nach der OP gelähmt ist, ist zu groß“, sagt Werner Zymmek. Zumindest eine gute Nachricht habe es aber gegeben: Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Sunny keine Kugeln in der Lunge hat, wie ursprünglich angenommen wurde.

Sunny ist laut Manuela Zymmek ängstlicher als zuvor. Der Kater bekommt weiterhin Schmerzmittel.

Die Zymmeks können bis heute nicht verstehen, was jemanden dazu treiben kann, auf Haustiere zu schießen. „Die Tiere sind Familienmitglieder, das nimmt einen mit“, sagt Werner Zymmek. Vor allem die Ungewissheit nage an einem, wenn das liebgewonnene Haustier nicht zurückkehrt. Jäger müssten zumindest verpflichtet sein, den Abschuss eines Haustiers zu melden, fordert der Bargdorfer. Die Überlegung, eine Petition auf den Weg zu bringen, die das Schießen von Haustieren so wie in Baden-Württemberg verbietet, hat er aber verworfen. „Da gibt es schon etliche, aber leider hat sich da noch nichts bewegt“, sagt Werner Zymmek.

„Das steckt in den Knochen. Wenn ich einen Schuss höre, ist bei mir Panik“, sagt Manuela Zymmek über die Erlebnisse mit Sunny. Sie schaue dann sofort nach, ob auch alle Katzen da sind. Und auch Sunny habe sich verändert. Der Kater sei meist nur kurze Zeit draußen unterwegs und reagiere ängstlicher als vorher.

Was die Zymmeks nicht erwartet hätten, sei die große Anteilnahme gewesen. „Ich werde auf Facebook regelmäßig gefragt, wie es Sunny geht“, berichtet Manuela Zymmek. Und ein anonymer Spender habe ihnen 150 Euro zukommen lassen. „Die Geste hat uns sehr gefreut“, sagt Werner Zymmek. Geld habe man nie gewollt und man sei sehr überrascht gewesen, als der Briefumschlag im Postkasten lag.

VON LARS LOHMANN

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