Platz am umgestürzten Bienenbütteler Baumveteran und seinen Nachfolger wird gepflastert

Die alte Dorfeiche darf bleiben

+
„Das eine Leben geht, das andere kommt“: Die neue Bienenbütteler Dorfeiche ist gut angewachsen. Der 200 Jahre alte Stamm des ehemaligen heimlichen Wahrzeichens darf bleiben.

Bienenbüttel. Ein Sturm konnte sie umwerfen, zerstören konnte er sie nicht: Neben dem im März gepflanzten Nachfolger liegen die immer noch gewaltigen Reste der alten Dorfeiche, bis 2013 Bienenbüttels heimliches Wahrzeichen.

Auch nachdem die Freiwillige Feuerwehr Brennholz und Baumscheiben als Erinnerungsstücke gesägt hat, winden sich immer noch dicke Äste aus dem etwa 200 Jahre alten Stamm. Jetzt steht fest: Das gefallene Baumdenkmal darf an Ort und Stelle in den Ilmenauwiesen liegen bleiben. Das teilt Bürgermeister Dr. Merlin Franke auf AZ-Nachfrage mit.

Noch im Frühjahr hieß es aus dem Bienenbütteler Rathaus, der tonnenschwere Baumstamm müsse abtransportiert werden, weil er sich im Hochwassergebiet der Ilmenau befinde. Inzwischen sind in Absprache mit der Uelzener Kreisverwaltung alle Zweifel ausgeräumt, der Trumm aus hartem Eichenholz darf bleiben. Landkreis-Sprecher Martin Theine hatte der AZ bereits im Mai mitgeteilt, dass die Kreisverwaltung einen Abtransport nicht angeordnet habe.

„Es war der vielfache Wunsch der Bürger, den Baum liegen zu lassen“, erklärt Franke. Das Gestrüpp in seinem Umfeld soll beseitigt und der Boden rund um alte und neue Bienenbütteler Dorfeiche mit kleinen Steinen befestigt werden, informiert der Bürgermeister. Da die Stelle mitten in einer Pferdeweide – außer beim jährlichen Mittelaltermarkt – nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, soll am Zaun ein Hinweisschild auf das heimliche Wahrzeichen hinweisen.

Orkan Xaver hatte den knorrigen Baumveteran, den zuvor nichts erschüttern konnte, vor zwei Jahren, im Dezember 2013, entwurzelt. „Ich werde nie vergessen, wie wir früher im Schatten des mächtigen Baumes immer unsere selbstgemachte Brause getrunken haben“, hatte sich Bauhof-Mitarbeiter Ernst-Werner Vischer bei der Pflanzung der neuen Dorfeiche erinnert. „Aber es ist doch wie bei den Menschen: Das eine Leben geht, das andere kommt...“

Die neue Eiche, die in der Baumschule fünfmal umgeplanzt wurde, ist inzwischen gut angewachsen. Damit sie schneller wieder Schatten spendet, wurde im März ein neun Meter großes Exemplar mit 55 Zentimeter dickem Stamm gepflanzt. Schweres Gerät war notwendig, um das tonnenschwere Gewächs mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Quercus pedunculata millimetergenau ins vorbereitete Pflanzloch zu senken. Der Baum wurde unter der Erde verankert, damit ihn nicht wieder ein Sturm umwirft.

Möglich machte das hauptsächlich der Förderverein der Feuerwehr, der knapp 2000 Euro an Spenden gesammelt hatte.

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare