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Alpha-E-Projektbeirat informiert in Bienenbüttel über die Trassenplanung

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Von: Jannis Wiepcke

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Informationsveranstaltung zur Trassenplanung in der Aula der Grundschule Bienenbüttel
Tobias Schütte und Joachim Partzsch vom Alpha-E-Projektbeirat (stehend, von links) informierten die Bürger über die Trassenplanung. © Wiepcke, Jannis

Die Diskussionen über eine mögliche Neubautrasse der Bahn bereiten vielen Menschen in Bienenbüttel Sorgen. Der Alpha-E-Projektbeirat informierte daher jetzt in einer Infoveranstaltungen über die Trassenplanung.

Diese Angst konnten ihnen auch nicht die beiden geladenen Sprecher des Alpha-E-Projektbeirates, Joachim Partzsch und Tobias Schütte, nehmen. Zurzeit wisse nur die Deutsche Bahn selbst, welche Trassenvariante favorisiert werde und welche Baumaßnahmen damit einhergehen würden, betonten sie mehrmals. Zuzutrauen sei der Bahn eine Entscheidung für eine Neubautrassenvariante, die westlich an Bargdorf und östlich an Eitzen I vorbeiführen könnte, aber definitiv. „Wir merken, dass dieses Verfahren nicht sauber ist. Es wird sehr deutlich, dass hier manipulativ gearbeitet wird“, bezog sich Schütte auf den bisherigen Planungsprozess.

Wie sein Projektbeirats-Kollege Partzsch erklärte, habe die Bahn seit dem Alpha-E-Konsens über den Ausbau der Bestandsstrecke mehrmals Planungen „mit der Brechstange vorgelegt“ und die Beteiligung der Öffentlichkeit immer weiter eingeschränkt – so seien in den Überlegungen beispielsweise aus zwei Bestandsgleisen in Bad Bevensen fünf geworden. Vorschläge des Planungsbüros Vieregg-Rössler, bei denen der Ausbau der Bestandsstrecken vom Kosten-Nutzen-Verhältnis sogar leistungsfähiger als eine bestandsnahe Neubaustrecke wäre, habe die Bahn „stark verzerrt und die Kosten dadurch bei ihrer Betrachtung massiv in die Höhe getrieben.“

Für Partzsch ist auch die Erklärung von Bundesverkehrsminister Volker Wissing, keine Neubautrasse gegen den Willen der Bevölkerung zu planen (AZ berichtete), nicht mit einer endgültigen Entscheidung für den Bestandsausbau gleichzusetzen. Er habe große Angst, dass ein Neubau von der Bundesregierung am Ende doch „zähneknirschend durchgewunken wird“, weil der Ausbau der Bestandsstrecke nicht wirtschaftlich genug sei, erklärte er. Am Dienstag habe der Alpha-E-Projektbeirat aus einem Gespräch mit der Deutschen Bahn erfahren, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Neubautrasse mit 1 bewertet wird und demzufolge um 0,5 Punkte höher liege als jenes des Ausbaus der Bestandsstrecke.

„Das wird eine politische Entscheidung. Wir sollten auf der Hut sein“, konstatierte Schütte deshalb. Eine Streckenplanung solle und müsse der Region nutzen, sonst sei sie wertlos. Deshalb gelte es, sich immer wieder Gehör zu verschaffen und an die Bedingungen der Region, die im Jahr 2015 für einen Streckenausbau getroffen wurden, zu erinnern. Rechtlich bindend seien die Forderungen – es geht beispielsweise um einen adäquaten Larmschutz für die Anwohner an der Strecke – nämlich nicht.

Bienenbüttels Bürgermeister Merlin Franke schlug in die gleiche Kerbe: „Wir sollten uns überlegen, wie wir uns noch aktiver positionieren, präsenter und lauter werden können“, sagte er und erinnerte daran, dass der Gemeinderat die Umsetzung von Alpha-E befürwortet hat.

Wie soll es nun mit der Trassenplanung weitergehen? Laut Alpha-E-Projektbeirat wird die Deutsche Bahn am Freitag, 11. November, dem Landkreis Uelzen ihre Planungen detaillierter vorstellen. Der Gemeindeverwaltung hat sie bisher nur eine Videokonferenz und keinen Vor-Ort-Termin angeboten. „Wir werden bei der DB dranbleiben“, will sich Franke weiter um eine Infoveranstaltung bemühen.

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