Grüne wollen Teilfläche als besonderes Wohnprojekt ausweisen

Bienenbütteler Poststraße: Aktiver Klimaschutz im Baugebiet?

Ein Baugebiet plant die Gemeinde an der Poststraße zwischen Bienenbüttel und Wichmannsburg. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat möchte einen Teil der Fläche zu einem besonderen Wohnprojekt ausweisen. ARCHIVFOTOS: BEYE/STERNITZKE
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Ein Baugebiet plant die Gemeinde an der Poststraße zwischen Bienenbüttel und Wichmannsburg. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat möchte einen Teil der Fläche zu einem besonderen Wohnprojekt ausweisen. ARCHIVFOTOS: BEYE/STERNITZKE

Bienenbüttel – Einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz könnte das geplante Baugebiet an der Poststraße in Bienenbüttel leisten. Zumindest wenn es nach der Grünen-Fraktion im Gemeinderat geht.

Die hat nun einen Antrag gestellt, der vorsieht, einen Teil der Fläche zu einem besonderen Wohnprojekt auszuweisen. Ziel soll es sein, architektonisch attraktive Wohngebäude zu realisieren, die „durch bauliche Maßnahmen und Gestaltung einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“.

Bieterverfahren für die Umsetzung

Die Grundrisse der Gebäude sollten laut Antrag flexibel sein und generationsübergreifende Wohnformen möglich machen. Konkret soll es um vier oder fünf Grundstücke des geplanten Baugebiets gehen. Zur Umsetzung solle die Gemeinde ein Bieterverfahren durchführen. Die Bieter entwickeln eigene Vorstellungen der Gestaltung und Umsetzung.

Für die Bewertung der Bieterangebote schlagen die Grünen verschiedene Kriterien vor: unter anderem die Erstellung eines städtebaulichen Konzepts, Freiflächenplanung, ökologische Gebäudegestaltung, Klimaschutz und Mobilitätskonzept. Ein ähnliches Projekt wird bereits im Uelzener Stadtteil Westerweyhe vorbereitet (AZ berichtete, siehe Infokasten).

„Ein Projekt in der beschriebenen Art erscheint uns zukunftsorientiert und wäre auch eine gute und zeitgemäße Werbung für Bienenbüttel“, heißt es in dem Antrag. Das Projekt könne eine andere „Möglichkeit des Wohnens und des Lebens aufzeigen“, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote im Gespräch mit der AZ. Dabei soll der besondere Fokus auf dem ökologischen Charakter der Wohngebäude liegen.

Schadstofffreie Baumaterialien

„Zum Beispiel könnten die Gebäude mit Erdwärme oder einem kleinen Blockheizkraftwerk beheizt werden“, schildert Schelle-Grote. Auch der benötigte Strom könnte etwa über Fotovoltaikanlagen generiert werden. Ebenso stellt sich der Grünen-Fraktionsvorsitzende schadstofffreie Baumaterialien vor. „Wenn man sich mal anschaut, was heute sonst so bei Häusern an Dämmung draufgemacht wird – da ist das meiste später Sondermüll“, erklärt der Bienenbütteler.

Auch das Thema Mobilität könnte ein Schwerpunkt des Wohnprojektes sein. Dabei würde der Fokus auf der Reduzierung des Autoverkehrs liegen, betont Schelle-Grote: „Vielleicht könnten wir hier über ein Gemeinschaftsauto nachdenken.“ Aus Sicht der Grünen ist es von großer Bedeutung, dass ein solches Wohnprojekt im Kernort angesiedelt wird. „Denn die Menschen, die in solchen Wohnformen leben wollen, legen Wert auf die Verminderung des Autoverkehrs“, erläutert Reinhard Schelle-Grote und fügt hinzu: „Daher würden sie eher nicht in einen der abgelegenen Ortsteile ziehen.“

Inwieweit der Antrag in den Gremien auf Zustimmung treffen wird, kann Reinhard Schelle-Grote aktuell noch nicht einschätzen. Er ist aber optimistisch: „Ich denke nicht, dass sie grundsätzlich dagegen sein werden.“

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