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Afrikanische Schweinepest nähert sich Landkreis Uelzen aus Richtung Lüneburg

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Von: Jannis Wiepcke

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Erlegte Wildschweine nach einer Jagd
Wildschweine, die erlegt wurden, um die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. © Imago

Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher. Nach einer ersten Infektion beim Schwarzwild in Mecklenburg-Vorpommern werden die Restriktionszonen, die das Infektionsgeschehen eingrenzen sollen, bald bis auf wenige Kilometer an den Landkreis Lüneburg heranreichen.

Bienenbüttel -  Kann ein Auftreten der Seuche im Landkreis Uelzen noch verhindert werden? „Das wird kommen, da brauchen wir uns keine Gedanken machen“, zeigt sich Guido Kiesewetter von der Jagdschule Lüneburger Heide in Bienenbüttel wenig optimisch. Den Ausbruch der Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine gleichermaßen betroffen sind, betrachtet der Jäger schon seit längerer Zeit„mit großer Sorge“, zumal er selber noch vor einer Woche in Rostock auf der Jagd war. Kiesewetter wundert sich, dass es so lange bis zur Entdeckung des ersten Infektionsfalles gedauert hat.

„Wir haben seit Jahren davor Angst, so was ist in den Köpfen drin“, sagt er und berichtet von einzelnen Jagdkollegen, die momentan nicht mehr zur Jagd gehen – weil sie befürchten, das Virus in eigene Tierbetriebe zu verschleppen.

In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus der Afrikanischen Schweinepest. Diese spielen in Mitteleuropa aber keine Rolle. Eine Übertragung erfolgt hier durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren durch Sekrete wie Blut, Sperma, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie andere indirekte Übertragungswege. Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome. Die Krankheit ist nicht auf Menschen übertragbar und daher für den Menschen ungefährlich.

Sollte sich Kiesewetters Prognose bewahrheiten und die Schweinepest den Landkreis Uelzen erreichen, müssten sich die hiesigen Jäger auf umfangreiche zusätzliche Hygienemaßnahmen einstellen. „Schuhwerk, Geräte und Fahrzeuge müssen dann gereinigt werden“, erklärt Guido Kiesewetter.

Für größeren Unmut sorgt bei ihm aber eine andere Vorstellung: Obwohl nur ein sehr geringer Bestand an Schwarzwild vorhanden sei, müsste er die Tiere dann wieder vermehrt schießen, um eine Verbreitung der Schweinepest zu verhindern – eine Zwickmühle.

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