Gemeinde Bienenbüttel schenkt Babys Obstbäume / Bürgermeister Franke: Kita-Betreuung wird eng

Äpfel für Jahrzehnte

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19 Familien folgten der Einladung zur Baumpflanzaktion für die neuen Erdenbürger in der Gemeinde Bienenbüttel.

Bienenbüttel. Theo hat im Augenblick nur drei Dinge im Sinn: Mama, Papa – und die Apfelscheibchen auf dem Tisch greifen.

Er kann ja noch nicht wissen, dass der Mann, der da gerade zu seiner Familie und den übrigen Gästen im Restaurant „Zur alten Wassermühle“ spricht, ihm gleich genug Äpfel für ein paar Jahrzehnte überreichen wird – in Form eines Obstbaumes. Der muss noch wachsen und Wurzeln in Bienenbüttel schlagen – wie Theo. Denn der kleine Junge ist eines von 28 Neugeborenen des letzten halben Jahres aus der Einheitsgemeinde.

Freuen sich über ihren Apfelbaum: Theo und seine Mutter Nadine Schloßstein und Vater Stefan Kublick.

19 Familien folgten der Einladung zur 20. Baumpflanzaktion in Bienenbüttel, denn traditionell erhält jeder neue Erdenbürger hier einen Obstbaum. Die jährliche Geburtenzahl schwankt, nach Angaben von Bürgermeister Merlin Franke, in den letzten acht Jahren zwischen 45 und 70 Kindern – Tendenz leicht steigend. „Wir erleben auch, dass immer mehr Familien wieder drei Kinder haben. Wir gehen hier also ein bisschen gegen den Trend.“

Woran das liegen mag? „Wir tun nichts ins Wasser“, scherzt Franke. Familien könnten in Bienenbüttel einfach ganz gut leben. Man bedenke etwa das Ganztagsangebot in den Kindertagesstätten: „Wir betreuen ja von 6 bis 18 Uhr, wenn man das wünscht.“

Merlin Franke ist selbst frischgebackener Vater: Sohn Karl Georg, sechseinhalb Monate alt, ist, wie seine Mutter Friederike Franke sagt, ein „Anfängerbaby“. „Er lacht viel und freut sich über jedes Tier, das in seinen Kinderwagen hineinguckt.“ Der Junior begleitet seine Mutter täglich mit in den Pferdestall. Nur auf dem Pferderücken gesessen hat er – bislang – noch nicht.

Ein ausgeglichenes Wesen scheint einigen Kindern des letzten halben Jahres vergönnt zu sein. So ist es bei der Vorstellungsrunde des Nachwuchses am Sonnabend ungewöhnlich ruhig. Theo zum Beispiel übt lieber das Lächeln als das Schreien. Seine Mutter Nadine Schloßstein und sein Vater Stefan Kublick sind vor noch gar nicht so langer Zeit nach Steddorf gezogen – aufgrund der Infrastruktur: Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten, Schule, Kindergarten: „alles zu Fuß erreichbar“. Und ihre Nachbarin, Andrea Köster, lobt zudem die Vorzüge der Ländlichkeit: viel Platz, wenig Verkehr. Das gefällt auch Tochter Martha und Sohn Johann.

Nur eine Meldung vermag den Frieden zu stören: Es gibt einen Run auf die Kitas. „Normalerweise haben wir es immer sehr gut geschafft, ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen“, so Franke, „aber wie Sie vielleicht aus den Medien entnommen haben, wird aktuell in Hannover der beitragsfreie Kindergarten diskutiert. Das sorgt dafür, dass wir eine enorme Nachfrage im Kindergartenbereich haben.“ Konkret: 20 Prozent mehr Nachfragen. „Das heißt, es wird alles ziemlich eng in diesem und im nächsten Jahr werden.“ Franke versichert den jungen Eltern jedoch, es werde „mit Hochdruck“ an Lösungen gearbeitet.

Von Anna Petersen

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