Anlieger aus Wochenendgebiet Große Heide werfen Gemeinde Bienenbüttel Versäumnis vor

Abwasserkosten seit 15 Jahren offen

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Ärger liegt in der idyllischen Luft: Bis heute haben viele der Anlieger keine Abrechnung erhalten. Auch sind die Eigentumsverhältnisse seit dem Jahr 1997 auf dem Areal im Wochenendgebiet Große Heide ungeklärt.

Bienenbüttel. „Das Thema soll in der Öffentlichkeit besprochen werden“, hat Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günter Waltje bei der Sitzung des Bauausschusses in der vergangenen Woche deutlich betont.

Damit spricht er Gerhard Kobe, Jürgen Siemers und Frank Schwarze aus der Seele. Die Drei quält seit 15 Jahren eine Frage, die sie jetzt erneut der Gemeinde vorgetragen haben: „Wann können wir endlich damit rechnen, dass die Gemeinde Bienenbüttel eine Abrechnung über die Abwasserkosten erstellt?“.

Hintergrund: Ein Vorgang, der seit August 1997 schwelt. Bis heute habe die Gemeinde Bienenbüttel es nicht geschafft beziehungsweise versäumt, die Kosten für die Abwasseranlage im Wochenendgebiet Große Heide abzurechnen. So lautet der Vorwurf von Gerhard Kobe und seinen Mitstreitern, die auf dem Areal ihre Freizeithäuschen stehen haben.

Inzwischen füllt dieser Fall mehrere Aktenordner, in denen Kobe zahlreiche Schriftwechsel zwischen ihm und der Gemeindeverwaltung abgeheftet hat. „Diese liegen der Bauamtsleitung der Gemeinde Bienenbüttel seit 1997 vor“, äußert sich Kobe empört in der Sitzung des Finanzausschusses vor Wochenfrist.

Der Vorgänger des jetzigen Bienenbütteler Bauamtsleiter Uwe Gundlach, Hans-Hermann Clement, habe vor seinem Tod vor einigen Jahren zugesagt, dass die Anlieger in Kürze eine Abrechung erhalten werden, erklärt Jürgen Siemers. Er ist ebenfalls Anlieger des Wohngebietes und sauer, dass bis heute nichts geschehen sei. Ungeklärt seien ebenso die Eigentumsverhältnisse. Somit sei die Abwasseranlage laut eines Schreibens von Kobe eine Gemeinschaftsanlage der Gemeinde Bienenbüttel und der „Wegegemeinschaft Große Heide“. Teile der Abwasseranlage befinden sich auf den Wegen der Gemeinschaft, während „andere für die Gesamtfunktion der Anlage unerlässlichen Teile sich auf dem Privatgelände einzelner Anlieger befinden“ (zum Beispiel Entlüfter) und wieder andere Teile auf öffentlichem Grund (zum Beispiel Klosterweg). Aus dem Schriftstück, das Kobe im August 2009 an den Bauamtsleiter Gundlach geschickt hat, geht weiterhin hervor, dass „die Gemeinde seinerzeit Auftraggeber für einen Großteil der Anlage war“. Außerdem sei ein Abwassertransport vom Klosterweg in das Gemeindenetz ohne Leitungsführung über die Wege der Wegegemeinschaft mit den entsprechenden technischen Einrichtungen der Wegegemeinschaft nicht möglich.

Bauamtsleiter Gundlach äußert sich zu den ganzen Vorgängen gegenüber der AZ mit der Begründung, dass die Verwaltung eine Prioritätenliste angefertig und bisher auf andere Prioritäten gesetzt habe.

Gerhard Kobe kann das Vorgehen der Gemeinde Bienenbüttel gar nicht verstehen: „Ich bin in der Selbstverwaltung Arendsburg tätig. Wenn unser Finanzausschuss das erfahren würde, würden wir verrückt werden. Denn es stehen Zahlungen aus, die nicht gerade gering sind.“ Er wünscht sich und fordert, dass die Gemeinde endlich für Klarheit sorgt.

Von Volker Althoff

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