Zuständigkeitswirrwarr verzögert Bahnhof-Sanierung / Betriebsstart wohl zum Monatsende

Vom Abstellgleis in den Endspurt

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Bienenbüttel. Eigentlich sollte der Pächter schon Ostern vergangenen Jahres loslegen können. Doch die Eröffnung seiner Gastronomie im restaurierten Bienenbütteler Bahnhof hat sich nun doch deutlich verzögert – ein Zuständigkeitswirrwarr hat dafür gesorgt, dass sich der Zeitplan um etwa fünf Monate verzögert hat.

Christopher Tieding, einer der Geschäftsführer der R & T Projektmanagement GmbH aus Melbeck, die den Bahnhof (wie berichtet) gekauft hatte geht davon aus, dass die Endabnahme des von Grund auf sanierten Gebäudes innerhalb der nächsten 14 Tage erfolgen wird – den entsprechenden Antrag dafür hat er kurz vor Weihnachten gestellt – und an eben diese Schlussabnahme ist auch die Konzession für den Gaststätten-betreiber gekoppelt. „Zurzeit wird schon alles eingeräumt“, sagt Tieding, „zum Monatsende wird dann wohl der Betrieb aufgenommen werden können.“

Wie berichtet, waren die Umbauarbeiten im März vergangenen Jahres schon im vollen Gange, als es plötzlich Unstimmigkeiten darüber gab, ob nun der Landkreis Uelzen oder aber die Deutsche Bahn zuständig ist für den Bienenbütteler Bahnhof. „Erst hieß es, der Landkreis sei nicht zuständig, weil es sich ja um Bahngelände handelt“, erinnert sich Christopher Tieding, „dann war der Landkreis doch zuständig – mit dem Ergebnis, dass von dort jede weiteren Umbauarbeiten untersagt wurden.“

Drei Monate seien danach ins Land gezogen, so Tieding, bis sich herausstellte: Es ist doch die Deutsche Bahn zuständig. Und die musste den Bienenbütteler Bahnhof erst als Bahnhof entwidmen, damit am Ende dann doch noch der Landkreis zuständig werden konnte.

„Unterm Strich hat uns das fünf Monate Zeit gekostet“, bedauert der Investor, „und natürlich auch Geld, weil uns damit auch fünf Monate Pachteinnahmen fehlen.“ Viel schlimmer sei die Situation aber für den Pächter der Räume gewesen – der nämlich hatte schon Einstellungsgespräche mit Personal geführt und sich auf den Betriebsbeginn an Ostern eingestellt.

Christopher Tieding aber blickt nun nach vorn und ist froh, dass das Projekt Bahnhof Bienenbüttel nun seiner Vollendung entgegenstrebt. Sogar eine Bahnhofsuhr hängt mittlerweile wieder an dem Gebäude, dessen rund 300 000 Euro teure Sanierung mit 25 000 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung bezuschusst wird. „Aber ich bin natürlich auch sensibilisiert worden“, sagt Tieding. Denn die R & T Projektmanagement GmbH hat in Bienenbüttel ein weiteres Gebäude gekauft, ein Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße, das ebenfalls saniert werden soll. „Im März vergangenen Jahres haben wir dafür einen Bauantrag gestellt, im Dezember ist dann die Baugenehmigung erteilt worden“, sagt Tieding, „obwohl es sich um ein vereinfachtes Bauverfahren handelt.“ Und Tieding ist nicht nur als Investor, sondern auch als Mitglied des Bienenbütteler Gemeinderates und des Bauausschusses daran gelegen, dass Bauangelegenheiten problemlos abgewickelt werden können.

Von Ines Bräutigam

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