Absage an zweiten Lebensmittelmarkt

Liegen genaue Konzepte vor, will die Ratsmehrheit dem Eigentümer alles ermöglichen, was hier zu Bienenbüttel passt. Einen zweiten Lebensmittelmarkt wird es an der Bahnhofstraße 16 wohl aber nicht geben.

Bienenbüttel - Von Ines Bräutigam. Der Edeka-Markt an der Bienenbütteler Bahnhofstraße wird, wie beschlossen, in einen Neubau auf dem einstigen VSE-Gelände umziehen.

Doch kürzlich reichte Klaus-Georg Franke, Eigentümer des Gebäudes an der Bahnhofstraße 16, in dem sich der Edeka-Markt zurzeit noch befindet, einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes ein: Mit der Umwandlung des jetzigen Mischgebietes in eine Sonderfläche will der ehemalige Ratsherr der Kommunalpolitischen Alternative (KA) an der Bahnhofstraße eine Erweiterung und einen weiteren Lebensmittelmarkt schaffen. Der Bauausschuss der Gemeinde Bienenbüttel vertagte eine Beratung dazu am Dienstagabend, denn Gespräche zwischen der CDU/SPD-Gruppe und dem Antragsteller hatten neue Erkenntnisse ergeben.

„Das Gespräch hat gezeigt, wie schwierig eine Konzeption an diesem Standort ist“, fasste Stefan Waltje (CDU) zusammen. Erstens wegen der beengten Verhältnisse. Zweitens wegen fehlender konkreter Pläne, die den Vertretern von CDU und SPD eine Zusage für den Antrag denn auch unmöglich machten. Doch sie wollen sich nicht sperren. „Wir wollen den Eigentümern alles ermöglichen, was für Bienenbüttel gut ist und Synergieeffekte bringt“, betonte Stefan Waltje. Der Ansiedlung eines weiteren Lebensmittelmarktes an der Bahnhofstraße erteilte er allerdings eine klare Absage. Die Entscheidung für das VSE-Gelände ist gefallen.

Und auch Bürgermeister Heinz-Günter Waltje, der darauf hinwies, dass man sich bereits seit 2005 mit diesem Thema befasst, stellte fest: „Wenn dann 5 Minuten nach 12 neue Ideen kommen, ist das zu spät.“ Damit wies er auch den in Teilen der Bevölkerung grassierenden Vorwurf, er selbst oder die Gemeinde habe Franke „den Pächter weggenommen“, zurück. Vielmehr habe der Pächter seit fünf Jahren den Wunsch, seine Verkaufsfläche zu vergrößern. Außerdem könne man laut Gesetz auch „keinen Sondergebietsplan ins Blaue beschließen“, so Waltje. Mehr noch: Erst wenn eine konkrete Planung vorliege, könne man sagen, ob eine Bebauungsplanänderung überhaupt erforderlich ist, gab Bauamtsleiter Uwe Gundlach zu bedenken. Die Ausweisung eines Sondergebietes zum jetzigen Zeitpunkt könnte somit sogar hinderlich sein.

Da auch die KA-Vertreter all die neuen Aspekte noch beraten wollen, wurde eine Entscheidung über den Antrag in die Fraktionen zurückgegeben. Auf einer der nächsten Bauausschusssitzungen wird er wieder Thema sein.

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