Lüneburger Universität will Szenarien für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele erarbeiten

650.000 Euro für Leuphana-Forschungsprojekt

Bei den Szenarien für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele müssen unter anderem landwirtschaftlichtliche Interessen berücksichtigt werden.
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Bei den Szenarien für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele müssen unter anderem landwirtschaftlichtliche Interessen berücksichtigt werden.

Lüneburg – Die Nutzung der endlichen Ressource Land spielt für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele eine wichtige Rolle. Schnell wachsende Städte wie Lüneburg stehen dabei angesichts konkurrierender Nutzungsansprüche vor besonderen Herausforderungen.

Ein Forschungsprojekt der Leuphana Universität will in den kommenden Jahren gemeinsam mit der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg sowie weiteren Kooperationspartnern Szenarien entwickeln, wie die UN-Nachhaltigkeitsziele im Bereich der Landnutzung in der Region Lüneburg umgesetzt werden können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit gut 650 000 Euro.

Die Entwicklung der Szenarien erfordert die Berücksichtigung vielfältiger und häufig miteinander konkurrierender Interessen. Flächen werden für die landwirtschaftliche Nutzung benötigt, sollen für Wohnen, Erholung, Wirtschaft oder auch den Naturschutz zur Verfügung stehen. Auf dem begrenzten Raum des Stadtgebietes führt das naturgemäß häufiger zu Konflikten, als etwa in ländlichen Regionen, die einen weniger starken Bevölkerungszuwachs oder sogar einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen haben. Die Wechselwirkungen zwischen diesen unterschiedlichen Ausgangspositionen von Stadt und Land will Projektleiter Professor Jacob Hörisch an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana mit einem transdisziplinären Team untersuchen.

Erarbeitet werden sollen neben Szenarien auch konkrete Handlungsoptionen, die beim Abmildern möglicher Interessenkonflikte helfen könnten. Am Ende soll ein Handlungskonzept stehen, dessen Übertragbarkeit auf andere Regionen geprüft werde. In einer zweiten Projektphase über einen Zeitraum von weiteren zwei Jahren erfolge dann die Erprobung und Evaluierung.

Der BUND ist mit einer halben Stelle, Hansestadt und Landkreis Lüneburg sind mit einer gemeinsamen Stelle an dem Projekt beteiligt. Auch die LüWoBau, der Bauernverband Nordostniedersachsen, die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg sowie die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade stehen dem Forscherteam als Kooperationspartner zur Seite.

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