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Viele Grünhagener wollen das Glasfasernetz: Die 39,90 Euro sind der Sockel“

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Von: Lars Lohmann

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Mit einem Glasfasernetz soll das schnelle Internet in den Landkreis kommen. In Grünhagen informierten sich die Einwohner. © dpa

Grünhagen. Wie funktioniert der Anschluss? Was passiert, wenn ich noch bei einem anderen Anbieter unter Vertrag bin? Und was kostet der Anschluss überhaupt? Das waren Fragen der Grünhagener während der Informationsveranstaltung zum Glasfasernetz.

Im Dorfgemeinschaftshaus von Grünhagen kamen rund 90 Bewohner zusammen, um sich über den geplanten Glasfaserausbau zu informieren.
Im Dorfgemeinschaftshaus von Grünhagen kamen rund 90 Bewohner zusammen, um sich über den geplanten Glasfaserausbau zu informieren. © Lohmann

Auch über den Preis wurde geredet. Fazit des Abends: Viele Grünhagener interessieren sich für das schnelle Netz. Wollen aber die Kosten noch einmal durchrechnen. „Ich muss mir die Folgekosten genauer anschauen“, sagt etwa Wilfried Mundt. Er zahle aber jetzt schon für seinen langsameren Anschluss fast genauso viel wie für das Angebot der Lünecom. Daher werde er sich höchstwahrscheinlich für das Angebot zum Glasfasernetz entscheiden. „Ich zweifle an einigen Dingen. Trotzdem habe ich den Antrag schon unterschrieben, denn ich will das schnellste Netz und die Telekom interessiert sich nicht für uns“, sagt Jörg Wegener. Er selbst arbeite im Informatikbereich und habe vor allem bei der Ausgestaltung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Preisgestaltung Bauchschmerzen. Es müsse für Vieles zusätzlich gezahlt werden. „Da frage ich mich, wann das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, so Wegener. Zwei Euro je zusätzlicher Telefonnummer- Leitung seien happig und nicht gerade branchenüblich.

„Die 39,90 Euro sind der Sockel, der Rest wird je nach individuellem Bedarf nach Beratung mit den Partnern vor Ort dazugebucht“, sagt Michael Mollenhauer von der Lünecom. Das Gleiche gelte für die Endgeräte im Haus, ein Router könne für 149 Euro erworben werden. Falls man einen eigenen benutzen wolle, übernehme Lünecom für diesen keinen Support und gegebenenfalls müsse noch ein Medienkonverter für fünf Euro monatlich gemietet werden. Für 39,90 Euro bekomme man aber Internet in einer Geschwindigkeit (100 MBit/s), wie sie keine andere Verbindungstechnik biete.

„Man ist erst mal vom Preis erschlagen. Die haben natürlich ein Monopol“, sagt Kathrin Moldenhauer. Die Kosten seien deutlich höher als bei ihrem jetzigen Vertrag. Aber: Das schnelle Internet sei ihr wichtig und sie werde höchstwahrscheinlich unterschreiben.

Der Vertrag mit der Lünecom trete erst nach Auslaufen des Vertrages beim vorherigen Anbieter in Kraft, sagt Michael Mollenhauer und rät: „Bloß nicht selber kündigen. Lassen sie uns das machen, dann stehen sie nicht plötzlich ohne Anschluss dar.“ Denn Lünecom wisse genau, wann sie wo welche Leitung freischaltet. So könne auch verhindert werden, das für beide Verträge gleichzeitig gezahlt wird.

Der Anschluss selbst werde bis ins Haus gelegt, meist da wo auch der Telefonanschluss liegt – also Keller oder Wirtschaftsraum. Das sei, wenn der Vertrag in der Vermarktungsphase abgeschlossen wird, kostenlos. Die restliche Verkabelung im Haus werde individuell mit den Vertriebspartnern vor Ort geplant und auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten.

Von Lars Lohmann

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