Bienenbüttels Baulandpläne: Bauern geben kein Land her

A 39-geschädigte Landwirte finden keine Ersatzflächen

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Immer neue Siedlungen und der Bau der A 39 verschlingen Ackerland. In Hohnstorf wehren sich Bauern gegen ein Baugebiet.

Bienenbüttel/Hohnstorf. Deutschland schrumpft, jedenfalls der Teil des Landes, der noch nicht unter Straßen, Häusern und Gewerbeflächen verschwunden ist.

Jeden Tag werden bundesweit 70 Hektar versiegelt, ein Flächenverbrauch, der 100 Fußballfeldern entspricht – meistens Ackerland, weil Wälder, Wiesen und Feuchtflächen als ökologisch wertvoll gelten. In Hohnstorf gehen Landwirte jetzt gegen die Pläne der Gemeinde Bienenbüttel auf die Barrikaden, im Nordosten des Kernorts langfristig Bauland auszuweisen.

Die nördlichste Gemeinde im Landkreis Uelzen ist bei Neubürgern begehrt, alle 38 Bauplätze in dem noch gar nicht erschlossenen Baugebiet Wellbruch II in Steddorf sind bereits vergeben. Mit dem Aufstellungsbeschluss für eine Flächennutzungsplanänderung zwischen Hohnstorfer Straße und Vierenbachsweg sollte eine Baulandreserve für die nächsten Jahrzehnte geschaffen werden – von 240 bis 300 Häusern sprach ein Ratsherr (AZ berichtete).

Die drei Hohnstorfer Bauern dagegen fühlen sich übergangen, weil sie vorher nicht gefragt wurden, sie haben in einer Hohnstorfer Erklärung mitgeteilt, dass sie ihr Land nicht verkaufen wollen.

„Wir werden nicht verhandeln. Damit ist das Baugebiet erledigt“, sagt Reinhard Meyer kompromisslos am Mittwochabend beim Dorfabend im Dorfgemeinschaftshaus. Schon durch den Bau der A 39 verlieren die Bauern 30 Hektar Fläche. Das Ackerland zwischen Hohnstorf und Bienenbüttel werde einfach gebraucht. „Den Verlust kann schlichtweg kein Geld entschädigen, weil es keine Ersatzflächen gibt“, erklärt Meyer. „Das ist mehr als existenzgefährdend.“

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