Von Woche zu Woche

Investitionen für die Zukunft

Bad Bevensen boomt – diesem Eindruck kann man sich nicht entziehen. Die Bad Bevensen Marketing GmbH präsentiert jedes Quartal einen neuen Gästerekord, der Umbau des Kurparks geht voran und die Jod-Sole-Therme erhält ihre zweite millionenschwere Frischekur innerhalb weniger Jahre...

Für zwei Millionen Euro sollen sich Besucher der Therme Ende nächsten Jahres in einer Salz- und einer Solewelt entspannen können. Und das, obwohl sie gerade erst ein Jahr lang in einer komplett modernisierten Badewelt plantschen – 9,5 Millionen Euro hatte schon diese zweijährige Bauphase gekostet.

Darum scheinen kritische Töne zumindest auf den ersten Blick angebracht: Kann sich die verschuldete Kurstadt diese Investitionen leisten? Ist es angebracht, in Zeiten, in denen über die Schließung kleiner Schulen diskutiert wird, Millionen in eine Therme zu stecken? Und wie vertragen sich die großen Umbaupläne mit dem Zukunftsvertrag, den die Stadt im Rahmen der Fusion der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf abgeschlossen hat? Immerhin wird immer wieder angeführt, dass sich die Stadt zusätzliche Investitionen eben wegen dieses Vertrags nicht mehr leisten kann, in dem sie sich verpflichtet hat, Ausgaben zu reduzieren... Scheint nachvollziehbar.

Doch kann die Argumentation auch von einer anderen Position heraus geführt werden. Die These: Die Stadt Bad Bevensen hat einfach die aktuellen Fördermöglichkeiten optimal genutzt, um ihr Potenzial auszuschöpfen, die Position am Markt weiter auszubauen. Investitionen für die Zukunft. Bad Bevensen ist nicht durch die Baumaßnahmen der jüngsten Vergangenheit in die Schuldenfalle getappt. Der anstehende Thermenumbau wird zu 70 Prozent gefördert, die vorherige Großmaßnahme ist ebenfalls bezuschusst worden. Auch für die 2,7 Millionen Euro schwere Umgestaltung des Kurparks zahlt die Stadt selber nur ein Drittel der Kosten – der Löwenanteil wird über Zuschüsse abgegolten. Natürlich schlagen sich die Investitionen auf dem Stadtkonto nieder, dennoch bleibt festzuhalten, dass sich die Kurstadt bei diesen Großprojekten klug angestellt hat – es wurde und wird neuer Wert geschaffen, durch eine im Verhältnis zum Gegenwert geringere Belastung. Kosten wären auch für die Instandhaltung der alten Anlagen angefallen... Darüber hinaus positioniert sich Bad Bevensen durch die Modernisierungen auf einem Markt mit Zukunft: Wellness gekoppelt mit Gesundheit. Das ist mehr als der klassische Kurbetrieb.

Von Wiebke Brütt

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