„Bekenntnis zur A39

Wermutstropfen für die Industrie- und Handelskammer: Der von ihr geforderte Ausbau des Schiffshebewerks Scharnebeck ist nicht im Papier der norddeutschen Bundesländer zur Verkehrs-Infrastruktur aufgeführt. Dagegen taucht die A39 darin auf.Archivfoto: dpa

Von Bernd SchossadowskiUelzen/Landkreis. Das gemeinsame Positionspapier zur Verkehrs-Infrastruktur, auf das sich die fünf norddeutschen Länder Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in der vergangenen Woche geeinigt haben, stößt bei Uelzens CDU-Kreisfraktions-chef Claus-Dieter Reese auf Zustimmung. In dem Papier wird die Bundesregierung aufgefordert, im gesamtstaatlichen Interesse und für eine wirtschaftliche Stärkung Norddeutschlands die Verkehrswege, vor allem die Hinterlandanbindung der Häfen, zügig auszubauen.

"Der Landkreis Uelzen, der zur Metropolregion Hamburg gehört, kann diese Forderung voll unterstützen", sagt Reese.

Das Papier unterstreicht unter anderem die Bedeutung, die der Bau der Autobahn A 39 für die Region habe. In diesem Zusammenhang übt Reese deutliche Kritik an den jüngsten Aussagen der Grünen-Landespolitikerin Miriam Staudte zum Bau der A39. Wie berichtet, hat Staudte Zweifel am Berechnungsverfahren für das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten Autobahn geäußert. Der ermittelte Wert "scheint schöngerechnet zu sein", meinte sie.

Staudtes Ansichten seien "nicht zukunftsfähig", entgegnet Reese. Ebenso wie Autobahngegner Eckehard Niemann ignoriere sie "die Tatsache, dass eine große Mehrheit der Bürger im Landkreis Uelzen und generell entlang der gesamten Autobahntrasse den zügigen Ausbau begrüße", so Reese.

Die Anwohner der B 4 und der Landesstraßen im Kreis Uelzen würden "gravierend weiter vom zunehmenden Verkehr betroffen, wenn die A39 nicht kommt", warnt der CDU-Politiker. "Im Zuge der laufenden Planungen für die A 39 sollte man sich bereits jetzt mit der Ausweisung von Flächen für die Logistikwirtschaft befassen. Standorte dafür könnte Uelzen, aber durch die Quertrasse B190n auch Bad Bodenteich sein."

Die Bürgerinitiative gegen die A 39 könne den Bau der Autobahn nicht verhindern, sondern nur zeitlich verzögern, erklärt Reese. Damit verhindere die Initiative aber zukunftsgerechte Arbeitsplätze und eine bessere und schnellere Anbindung des Kreises Uelzen an die Metropolregion Hamburg.

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg ist über das Positionspapier der fünf norddeutschen Länder erfreut. Dieses "unterstreicht die Bedeutung der A39 als überregional wichtiges Infrastrukturprojekt auch außerhalb von Niedersachsen. Für die Entwicklung unserer Region begrüßen wir dieses klare Bekenntnis zur A 39 ausdrücklich", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Positiv aus Sicht der Wirtschaft bewertet er auch, dass die Liste unter anderem die Y-Trasse, die Amerika-Linie Bremen-Uelzen-Salzwedel und das dritte Gleis zwischen Lüneburg und Stelle enthält.

Einziger Wermutstropfen für die IHK: Im Positionspapier fehlt der Ausbau des Elbe-Seitenkanals durch ein neues, größeres Hebewerk in Scharnebeck. "Auch hier hätten wir uns ein klares Bekenntnis der norddeutschen Länder gewünscht", sagt Martin Exner, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik der IHK. "Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass auch die Ertüchtigung des Elbe-Seitenkanals als bedeutender Verkehrsträger im Hafen-Hinterlandverkehr in den Infrastrukturplanungen des Bundes berücksichtigt wird."

Erschienen: 20.10.2009: AZ / 245 / Seite:2

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