Ebstorfer Einzelhandelsgutachten befürwortet Neubau im Kiebitzkamp

Mehr Einkaufsfläche für Edeka

Kunde mit Einkaufswagen im Supermarkt
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Das Nahversorgungsangebot im Klosterflecken Ebstorf ist durchaus beachtlich, bescheinigt die Gutachterin. Allerdings fehlt dem einzigen Vollversorger Edeka Verkaufsfläche.
  • Gerhard Sternitzke
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Ein Einzelhandelsgutachten bescheinigt Bedarf für einen Edeka-Neubau im Kiebitzkamp. Das vom Klosterfleckten in Auftrag gegebene Gutachten kann bis 7. Mai im Internet eingesehen werden.

Ebstorf – Über mangelnde Möglichkeiten für den Wocheneinkauf können sich die Ebstorfer nicht beschweren. Am südlichen Ortsrand ballen sich die Supermärkte vom Edeka bis zu den Discountern Aldi, Lidl und Netto. Und das Angebot soll noch wachsen. Edeka hat Interesse angemeldet, einen neuen, größeren Markt am Kiebitzkamp zu errichten. So steht es in dem vom Klosterflecken Ebstorf in Auftrag gegebenen Einzelhandelsgutachten, das Voraussetzung für solch ein Vorhaben ist.

Der Edeka-Supermarkt weist eine Verkaufsfläche von rund 1100 Quadratmetern auf, welche für einen modernen Vollversorger zu gering ausfällt.

Einzelhandelsgutachten für Ebstorf

„Der Edeka-Supermarkt weist eine Verkaufsfläche von rund 1100 Quadratmetern auf, welche für einen modernen Vollversorger zu gering ausfällt“, heißt es im Papier der beauftragten Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in Köln. Um ein zeitgemäßes Angebot von über 20 000 Artikeln vorzuhalten, seien rund 1600 Quadratmeter notwendig.

Fest steht auch: Am jetzigen Standort ist nicht genügend Platz für eine Erweiterung. Ins Auge gefasst wird stattdessen die Fläche in Fortsetzung der Discounter am Kiebitzkamp. Der Klosterflecken hat dort vor Kurzem eigens eine zusätzliche Fläche für mögliche Gewerbeansiedlungen erworben. Laut Gutachten soll zusätzlich der Aldi-Markt abgerissen werden, um Platz für Parkplätze zu schaffen.

10 000 Menschen im Einzugsbereich geben in Ebstorf 33 Millionen Euro aus

Im Einzugsbereich, der sich etwa mit der ehemaligen Samtgemeinde altes Amt Ebstorf – Schwienau Hanstedt I, Wriedel, Natendorf – deckt und teilweise noch darüber hinausreicht, leben insgesamt rund 10 000 Menschen, die den Einzelhandelsbetrieben im Jahr 2019 einen Umsatz von 33 Millionen Euro bescherten.

Für ein Grundzentrum wie Ebstorf bescheinigt die Gutachterin einen sehr hohen Versorgungsgrad im Lebensmittelbereich, zu dem auch der NP-Markt in Wriedel gerechnet wird – mit der Einschränkung der Verkaufsfläche beim Vollsortimenter Edeka. Auch Aldi hat laut Gutachten einen Erweiterungsbedarf von 900 auf 1100 Quadratmeter geltend gemacht.

Das Einzelhandelsgutachten wird nötig, weil die Ansiedlung am Ortsrand, auf der sprichwörtlichen grünen Wiese, planerisch eigentlich nicht erwünscht ist. Es ist das oft diskutierte Ebstorfer Problem, dass sich die Märkte alle konzentriert am südlichen Ortsrand befinden, während es im Zentrum Leerstände gibt. Von einer Ansiedlung im Ortskern würden die Geschäfte in der Hauptstraße, der Lüneburger Straße und der Celler Straße unmittelbar profitieren, betont die Gutachterin.

Konsequenterweise hat sie mögliche Standorte im Ortskern geprüft. Sowohl das Gelände des ehemaligen Kaufhauses Korth als auch der Standort des Ebstorfer Rathauses, das die Samtgemeinde aufgeben will, bieten aber nicht genug Platz für einen Vollsortimenter mit 100 bis 120 Stellplätzen. Zudem gibt es deutliche verkehrliche Probleme. Das gilt übrigens auch für die ehemalige Gärtnerei an der Bahnhofstraße. Dort könnten zudem Lärmbelastungen zu Konflikten mit den Anwohnern führen.

Gutachterin: Keine negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel im Ortskern

Das Gutachten ergibt, was zu erwarten war: dass ein Neubau des Edeka im Kiebitzkamp ausnahmsweise zulässig ist. „In Ebstorf ist das Verhältnis der einzelnen Betriebstypen nicht ausgewogen, das heißt, es besteht eine Discounterlastigkeit“, heißt es in dem Gutachten. „Für den grundzentralen Versorgungsauftrag ist es daher notwendig, den einzigen Supermarkt auf eine marktgängige und zukunftsfähige Einheit zu erweitern.“ Da es sich lediglich um eine Erweiterung handele, seien negative Auswirkungen auf den Einzelhandel im Ortskern nicht zu erwarten.

Eine öffentliche Veranstaltung zum Einzelhandelsgutachten ist pandemiebedingt nicht möglich. Dieses kann jedoch im Internet bis 7. Mai eingesehen werden: www. bevensen-ebstorf.de – Bauen,Leben,Wirtschaft – Bauen&Wohnen – Bauleitpläne im Beteiligungsverfahren – Klosterflecken Ebstorf. Bis 7. Mai sind auch Stellungnahmen möglich. Anschließend berät der Fleckenrat darüber.

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