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Im Landkreis Uelzen setzen immer mehr Menschen auf kleine Solaranlagen

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Von: Lars Becker

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Ein solches Steckersolargerät kann die Stromkosten im Haushalt durchaus reduzieren. Dabei gilt es aber, bestimmte Vorgaben zu erfüllen.
Ein solches Steckersolargerät kann die Stromkosten im Haushalt durchaus reduzieren. Dabei gilt es aber, bestimmte Vorgaben zu erfüllen. © EmpowerSource UG

Wegen der steigenden Strompreise wird der Blick nach Alternativen überall intensiver. „Balkonkraftwerke“ mit Solarmodulen liegen im Trend – auch in Stadt und Kreis, so Stadtwerke und SVO.

Uelzen/Landkreis – Angesichts steigender Strompreise befassen sich im Landkreis Uelzen immer mehr Hauseigentümer, aber auch Mieter mit dem Thema „Steckersolargerät“ – gerne „Balkonkraftwerk“ genannt. Dahinter verbirgt sich eine maximal 600 Watt starke Solaranlage, die auf Terrasse, Balkon oder Dach des Gartenhauses installiert wird. Die aus Sonnenlicht erzeugte Energie reicht aus, um Geräte im Standby-Modus oder auch kleinere Verbraucher mit Strom zu versorgen.

Wer sich eine solche Anlage zulegen will, muss aber gesetzliche Bestimmungen beachten und Vorgaben erfüllen. Im Stadtgebiet Uelzen sind die Stadtwerke Ansprechpartner, im restlichen Kreisgebiet die Celle-Uelzen Netz als Netzbetreiber der SVO-Gruppe. Die Anlagen gibt es etwa ab 800 Euro – inklusive Solarpanel, Wechselrichter und der Kosten für Befestigung und Installation.

„Sinnvoll, um einen kleinen Teil zur Energieeinsparung beizutragen“

„Grundsätzlich sind solche Anlagen erlaubt. Die Spielregeln zur Errichtung und für den Betrieb sind über das Energiewirtschaftsgesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie die technischen Regelwerke definiert. Wer eine Anschaffung plant, sollte sich also vorher mit den Voraussetzungen vertraut machen“, sagt Franziska Albrecht, Pressesprecherin der Stadtwerke Uelzen.

„Grundsätzlich weisen solche Anlagen schon eine solide Technik auf und können durchaus sinnvoll sein, um einen kleinen Teil zur Energieeinsparung beizutragen. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise beschäftigen sich viele Haushalte mit der Anschaffung. Es sind auch schon einige in unserem Versorgungsgebiet in Betrieb. Sämtliche Anfragen arbeitet unser technischer Netzbetrieb ab“, so Albrecht.

Die Geräte müssten beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. „Sollten gesetzliche Vorgaben oder technischen Regelwerke nicht eingehalten werden, muss der Netzbetreiber die Inbetriebnahme verweigern“, erläutert Albrecht. Unterlagen zur Anmeldung gibt es auf der Homepage www.mycity.de.

Achtung: Alte schwarze Stromzähler sind nicht zulässig!

Thomas Hans, Pressesprecher der SVO-Gruppe, erklärt: „Kleinere Anlagen mit einer Einspeiseleistung von bis zu 600 Watt können eigenständig installiert werden. Im Vorfeld ist es wichtig, die in der Hausanlage verbaute Art des Stromzählers zu klären. Mechanische Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre – die älteren schwarzen Stromzähler mit drehbaren Zahlen und einer rotierenden Scheibe – sind für die Nutzung mit einer Balkon-Photovoltaik-Anlage nicht zugelassen. Sie müssen gegen ein anderes Modell getauscht werden.“ Wer dafür Ansprechpartner sei, könne auf dem Zähler abgelesen werden.“

Ein SVO-Team sei mit dem Thema Stromeinspeisung beschäftigt – mit großen Anlagen auf Hausdächern, aber eben auch mit den kleineren Systemen. „Hier bekommen wir inzwischen sehr viele Anfragen. Meist geht es um genau die Fragestellungen im Hinblick auf Stromzähler, Installation und Anmeldung der Anlage. Im Internet haben wir ein Portal eingerichtet, in dem die Anlagen unkompliziert gemeldet werden können“, so Hans mit Verweis auf www.celle-uelzennetz.de.

Er fasst zusammen: „Aufstellen, Stecker in die Steckdose stecken, fertig – ganz so einfach ist es nicht. Grundsätzlich kann mit so einer Anlage aber jeder vergleichsweise einfach Strom aus einer regenerativen Energiequelle gewinnen – und damit seinen ganz persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten.“

In Uelzens Innenstadt muss Gestaltungssatzung bedacht werden

Für die Stadt Uelzen weist Sprecherin Ute Krüger darauf hin, dass in der Innenstadt die Vorgaben der Gestaltungssatzung gelten. „Sie sieht eine Integration in die Dachhaut als sogenannte ,In-Dach-Anlage‘ vor, insbesondere als Ausführung in Solardachziegeln, sofern die Anlagen vom öffentlichen Straßenraum der Marktstraßen aus wahrnehmbar sind.“ Demnach wäre ine Balkonsolaranlage im Stadtkern im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten örtlichen Situation zu prüfen.

Wichtig zu wissen: Statt einer normalen muss aus Sicherheitsgründen eine Wieland-Steckdose vorhanden sein, die nur ein Elektrofachbetrieb installieren darf. Wer zur Miete wohnt, muss zudem den Vermieter um dessen Einverständnis bitten.

Zuschüsse bei der Anschaffung von „Balkonkraftwerken“ – wie etwa in Höhe von 300 Euro im Landkreis Lüneburg – gibt es weder in Stadt noch Landkreis Uelzen, wie die Verwaltungen mitteilen.

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