Bahn stellt Konzept für „bestandsnahen“ Ausbau vor

Kreis Uelzen: Eine Neubaustrecke light

Ein Güterzug fährt durch den Bevenser Bahnhof.
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Ein Güterzug im Bevenser Bahnhof. Die Bahn präsentierte jetzt eine Umfahrungsstrecke.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Uelzen/Landkreis – Die Deutsche Bahn hat jetzt einen Plan für eine Umfahrung von Lüneburg, Bad Bevensen und Uelzen vorgestellt. Daran entzündet sich scharfe Kritik.

Im Bundesverkehrswegeplan ist es festgeschrieben: Die bestehende Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover soll ausgebaut werden, einzelne Umfahrungen von betroffenen Orten wie Bad Bevensen und Uelzen sind möglich. Am Dienstag rieben sich die Teilnehmer bei der gläsernen Werkstatt der Deutschen Bahn die Augen: Präsentiert wurde eine Variante, die bei Radbruch nördlich von Lüneburg abzweigt und erst bei Suderburg wieder auf die bestehenden Gleise einschwenkt.

„Das ist eine Neubaustrecke, keine Umfahrung“, krisiert Bevensen-Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne) gegenüber der AZ. „Das entspricht in keiner Weise den Ergebnissen des Dialogforums.“ Das hatte eben den Ausbau der Bestandsstrecke mit einer weiteren Ertüchtigung des Streckennetzes unter dem Titel Alpha-E festgeschrieben. Die nun vorgestellte Variante würde vermutlich viele Betroffene im Landkreis Uelzen und der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf schaffen.

Vorgaben der Bahn sind Geschwindigkkeiten von 230 Stundenkilometern auf der Bestandsstrecke und von 250 Stundenkilometern auf der Umfahrung. „Ein durchgehender viergleisiger Ausbau bietet hohe Kapazitäten für alle Verkehrsarten im gesamten Korridor“, heißt es in der Präsentation. Allerdings geht sie davon aus, dass es keine Verbesserungen im Personenverkehr gibt. Und bei Kosten von 2,7 Milliarden Euro wird nur ein Kosten-Nutzen-Faktor von 0,6 erreicht.

Bahnprojektsprecher Peter Mantik betont auf AZ-Nachfrage: „Das sind nicht unsere Konzepte.“ Die Bahn habe lediglich das Konzept der von den Bürgerinitiativen in Auftrag gegebenen Vieregg-Studie von unabhängigen Gutachtern des Verkehrsministeriums untersuchen lassen. „Unsere Planungen laufen weiter“, erklärt Mantik. „Was wir vorlegen, muss Bestand vor dem Eisenbahnbundesamt und möglicherweise vor Gericht haben.“

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