Schullandschaft in der Samtgemeinde Aue vor dem Umbruch / Konkreter Vorschlag für Soltendieck

Zwei Schritte zur Schließung

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Viele Lehrer sehen sich immer kleineren Klassen gegenüber: Kleine Grundschulen wie in Lüder oder Soltendieck stehen wegen der stetig sinkenden Schülerzahlen in der Diskussion. Ihre Schließung soll den Schülerverlust an größeren Schulen ausgleichen.

Soltendieck/Lüder. Die Schließung der Grundschule in Soltendieck wird immer wahrscheinlicher: Für eine „stufenweise Auflösung“ der Drei-Linden-Schule gibt es bereits einen konkreten Vorschlag.

Dem zufolge würden bereits im kommenden Jahr keine Kinder mehr in Soltendieck eingeschult werden, sondern stattdessen in Bad Bodenteich.

Geplant ist eine Abwicklung des Schulbetriebes in zwei Schritten: Ab dem Schuljahr 2013/2014 kämen keine neuen Erstklässler mehr an die Drei-Linden-Schule, die älteren Jahrgänge würden vorerst weiter in Soltendieck beschult. Im Jahr darauf würden die verbleibenden Schüler der dritten und vierten Klasse nach Bad Bodenteich umziehen. Das beträfe die in diesem und im vergangenen Jahr eingeschulten Kinder.

Erarbeitet wurde das Szenario im Auftrag des Schulausschusses der Samtgemeinde (SG) Aue. Zusammen mit Annegret Krause, zuständige Dezernentin von der Landesschulbehörde, wurde die Situation gestern unter finanziellen und pädagogischen Auswirkungen besprochen. Geplant ist auch, sich mit der betroffenen Elternschaft in Gesprächsrunden über die Ergebnisse auszutauschen.

Hintergrund der Bemühungen ist die stetig sinkende Zahl an Einschulungen. Eine landesrechtliche Regelung sieht Grundschulen mit mindestens zwei Klassen pro Jahrgang vor, die sogenannte Zweizügigkeit. In kleineren Schulen wird hingegen nur einzügig unterrichtet, aufgrund der wenigen Schüler zum Teil auch in jahrgangsübergreifenden Kombiklassen. So werden in Soltendieck beispielsweise die vier im September eingeschulten Kinder mit neun Zweitklässlern zusammen unterrichtet. Auch die insgesamt 23 Dritt- und Viertklässler sind in einer Kombiklasse.

Betroffen vom Rückgang der Schülerzahlen sind jedoch nicht nur die kleinen Einrichtungen. Auch die Grundschule in Bad Bodenteich hätte – sollte sich an der aktuellen Situation nichts ändern – bereits in zwei Jahren Probleme, ihre Zweizügigkeit aufrecht zu erhalten. Darum steht für den Schulausschuss der SG Aue auch der Standort Lüder zur Disposition. Die dortige Auetal-Schule ist ebenfalls nur einzügig aufgestellt, zehn Erst- und sieben Zweitklässler werden in einer Kombiklasse unterrichtet.

Bevor künftig auch größere Schulen keine zwei Klassen pro Jahrgang mehr füllen und die Vorgabe des Landes nicht mehr erfüllen können, sollen die Weichen umgestellt werden. Das heißt: Kleine Schulen schließen, um die Zweizügigkeit der größeren zu sichern. Zumal bei extrem kleinen Klassengrößen auch die Qualität der Beschulung in Frage stünde, meint SG-Bürgermeister Harald Benecke. „Mittelfristig muss sogar darüber nachgedacht werden, ob sich die zwei Standorte in Wieren und Wrestedt aufrechterhalten lassen“, sagt Benecke, „oder ob man daraus nicht besser einen macht.“ Das hieße letztlich, dass von den derzeit fünf Grundschulen der Samtgemeinde nur zwei übrigblieben.

Von Karsten Tenbrink

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