Claus-Dieter Reese nimmt Stellung zu Vorwürfen von Andreas Dobslaw (SPD)

Zusammenarbeit gefährdet

Bad Bodenteich. Dass er die notwendige Fusion generell in Frage stelle und „Wrestedter gegen Bodenteicher positioniert“, wirft der Bad Bodenteicher Christdemokrat Claus-Dieter Reese dem Sozialdemokraten Andreas Dobslaw vor.

Damit reagiert Reese auf die Vorwürfe des SPD-Mannes aus Stadensen, der wiederum Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar scharf kritisiert hatte (die AZ berichtete). Dobslaw hatte Staßar unterstellt, dass Bad Bodenteichs Bürgermeister mit seinen Äußerungen einen Keil zwischen die beiden Partner der frisch fusionierten Samtgemeinden treibe.

Claus-Dieter Reese

„Es fällt auf, dass seit Beginn der Fusion von seiten der Sozialdemokraten und besonders Herrn Dobslaw laufend Anträge gekommen sind, die eindeutig zulasten der alten Samtgemeinde Bodenteich gingen“, findet Reese und gibt Beispiele: Gleich zu Anfang wurde das Bürgerbüro im Rathaus kritisch hinterfragt. Dann ging es um die Verlegung des Bauhofs ins BGS-Gelände und um die Betriebsführung durch die Stadt Uelzen. Danach wurde die zügige Schließung der Grundschulen in Soltendieck und Lüder gefordert. „Auch bei der Entschuldungshilfe und bei der noch bewilligten Bedarfszuweisung von einer Million Euro wurde unterstellt, dies stände vorrangig allein der Samtgemeinde Aue zu“, zählt der Christdemokrat auf.

In seinen Augen ist in der Bevölkerung der alten Samtgemeinde Bodenteich der Eindruck entstanden, gespart werden solle nur in Bodenteich. „So kann man eine notwendige Fusion auch generell in Frage stellen und Wrestedter gegen Bodenteicher positionieren“, kommentiert Reese das Vorgehen der Sozialdemokraten.

Den Vorwurf von Dobslaw, dass Bad Bodenteichs Bürgermeister Staßar während der Dorfrechnung in Schafwedel Stellung zum Waldbad bezogen habe, weist Reese zurück: „ Das Bad ist aus der Versammlung heraus von Herrn Sander thematisiert worden.“

Für den Christdemokraten ist es eine Tatsache, dass das Waldbad im Fusionsvertrag als einziges kommunales Bad fest verankert ist. Und er wirft einen Blick in die alte Samtgemeinde Wrestedt: „Typisch freiwillige Leistungen sind die Zuschüsse an die beiden Bäder in Wieren und Stadensen.“ Diese Bäder, deren Betrieb durch ehrenamtliche Vereinsmitglieder erfolgt, werden mit 62 000 Euro pro Jahr unterstützt. Dazu kämen allerdings noch die Mähleistungen durch die Samtgemeinde. Auch Investitionen wurden kommunal durch Zuschüsse unterstützt. Der veröffentlichte hohe Zuschussbedarf für das Waldbad Bodenteich aus den Jahren 2011 und 2012 rührt von den Investitionen für die neue Heizung und Fliesenarbeiten her, die noch von der alten Samtgemeinde Bodenteich in Auftrag gegeben wurden. Außerdem seien in dem Zuschussbetrag die Abschreibungen und die Verzinsung enthalten, dies schreibt die doppische Buchführung vor.

Diese Beträge müsse man also zu dem festgeschriebenen Zuschuss von 80 000 Euro dazurechnen, auch dieses steht im Fusionsvertrag. „Herr Dobslaw gefährdet durch seine unrichtigen Angriffe auf Herrn Staßar nicht nur die Zusammenarbeit in der Samtgemeinde Aue, sondern er eröffnet auch eine gefährliche Debatte über freiwillige Leistungen“, schätzt Reese die Lage ein. Wenn das kommunale Waldbad in Bad Bodenteich eine freiwillige Leistung wäre, dann gelte dies auch für die große Sporthalle in Wrestedt.

Der Bad Bodenteicher Christdemokrat erwartet vom neuen Rat der Samtgemeinde, dass er in einer Klausurtagung über mögliche Einsparpotenziale berate und sich per Abstimmung gemeinsam auf eine Prioritätenliste einigt. Reese: „Dies haben die Fraktionen beim Landkreis auch hinbekommen.“

Von Jörn Nolting

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