Gutachten aus Hannover: Feuerwehren der Samtgemeinde Aue auf dem Prüfstand

„Wir retten nur Leben“

Einsatz beim Unwetter in der vergangenen Woche: Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Aue arbeiten flächendeckend. Für Gemeindebrandmeister Henning Tipp sind „keine Lücken erkennbar“. Foto: Ratzeburg

Bad Bodenteich/Wrestedt. Mögliche Fusionen von Feuerwehren, neue Standorte von Gerätehäusern, die Anzahl der Stützpunktwehren oder gar Auflösungen von kleinen Ortsfeuerwehren – der Bericht des niedersächsischen Landesrechnungshofes ist lang.

Das Gutachten liegt seit wenigen Tagen der Samtgemeinde Aue vor. Es geht um die Feuerwehrplanung, die Aufstellung und die Ausstattung. „Wir haben die Ausführungen gleich an den Gemeindebrandmeister und an die Feuerwehr-Chefs vor Ort weitergeschickt“, schildert Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke.

Das Gutachten aus Hannover ist ein weiterer Baustein für die Sparmaßnahmen im Rahmen des Zukunftsvertrags, den die Samtgemeinde mit dem Land Niedersachsen abgeschlossen hat. Aus Hannover gibt es Geld, wenn die Kommune spart. Und so werden nach und nach alle Bereiche durchleuchtet.

„Bis zum 31. Juli sollen die Feuerwehren Stellung beziehen“, sagt der Verwaltungschef zum weiteren Vorgehen. Anschließend wird im Feuerschutzausschuss beraten. Gemeindebrandmeister Henning Tipp sieht es bisher sachlich und nüchtern: „Wir werden in Ruhe dazu Stellung beziehen. Es wird keinen Schnellschuss geben.“ Über mögliche Fusionen von Feuerwehren müsse schließlich der Rat entscheiden. „Wir retten nur Leben und löschen Feuer“, sagt Tipp ein wenig sarkastisch. Von den 19 Feuerwehren der Samtgemeinde Aue sind ihm zwei bekannt, die an der Mindestgrenze kratzen. Dank reger Mitgliederwerbung konnten allerdings neue Feuerwehrleute dazugewonnen werden. Gewährleistet werden muss laut Gutachten auch die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehren zwischen Breitenhees und Varbitz. „Es sind keine Lücken in der Samtgemeinde erkennbar“, versichert Tipp. Natürlich kennt er in seiner Zunft Ortsbrandmeister, die sich Sorgen um die Zukunft machen. Sie fordert er auf, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich aufzurichten.

Dreh- und Angelpunkt für den Gemeindebrandmeister ist ein Feuerwehrbedarfsplan für die Samtgemeinde. „Solange der Plan nicht vorhanden ist, gilt die Mindeststärkenverordnung“, erläutert Tipp. Laut dieser Verordnung gibt es nicht genügend Brandschützer. „Die Praktiker sollen etwas dazu sagen“, findet Benecke. Ein Punkt, der nicht im Gutachten verankert ist, sei die Bedeutung der Feuerwehren für die jeweiligen Orte. Deshalb ist es wichtig für den Samtgemeindebürgermeister, „keine verbrannte Erde bei den Wehren zu hinterlassen“.

Von Jörn Nolting

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