Kassendienst, Laubharken, Werbetafeln

Ideen zur Rettung des Bodenteicher Bades: „Wir müssen Aktivität zeigen“

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Die Schwimmmeister Timo Scheller (links) und Gerd Latzko bereiten das Bad Bodenteicher Waldbad derzeit auf die neue Saison vor. Unter anderem entfernen sie die schwarzen Kunststoffpolster, die im Winter den Eisdruck in den Becken verringert haben.

Bad Bodenteich. „Sagt Ja zum Waldbad“ – so ist ein Info-Flyer überschrieben, den der Förderverein Waldbad Bodenteich in diesen Tagen an die Haushalte in der Region verteilt.

Damit rührt der Verein die Werbetrommel für das seit Jahren in finanzielle Schieflage geratene Bad (AZ berichtete). Das Ziel ist, dessen jährliches Defizit zu verringern und weitere Mitstreiter für den Erhalt des Bades zu gewinnen. Dazu präsentierte Dieter Jess vom Unterstützerkreis jetzt konkrete Ideen.

„Unser Schwimmbad wird in absehbarer Zeit nicht mehr so wie bisher gefördert, wenn wir Bürger nicht nachweisen können, dass wir auch Eigenleistungen zum Erhalt erbracht haben“, erklärte Jess auf der Versammlung des Fördervereins. Dem pflichtete Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke bei. Die lokale Politik habe entschieden, die Entwicklung im Jahr 2017 abzuwarten. „Wenn sich dann von der Kostenseite nichts ändert, kann das Bad in der bisherigen Form nicht weiterbetrieben werden“, teilte er mit. „Was das genau bedeutet, müssen die Samtgemeinde-Gremien entscheiden.“ Maximal 80 000 Euro dürfe der jährliche Zuschussbetrag der Samtgemeinde fürs Waldbad betragen. Zuletzt seien es aber zwischen 130 000 und 140 000 Euro gewesen, sagte Benecke.

Die Senkung der Betriebskosten sei deshalb wichtig, so Jess. Das sei unter anderem bei der Warmwasser-Aufbereitung möglich. Zudem könnte der Kassendienst privatisiert werden. „Es ist schon der zweite oder dritte Versuch“, gab er zu. Doch nun hätten sich bei ihm mehrere Interessenten gemeldet, die den Kassendienst ehrenamtlich übernehmen wollen. Eine Erhöhung der Eintrittspreise ist 2017 dagegen nicht geplant.

Weitere Einsparungen lassen sich laut Jess durch freiwillige Arbeitseinsätze auf dem Badgelände erzielen. So könnten dort Laub geharkt und Hecken geschnitten werden, um den Bauhof zu entlasten. Außerdem sei es möglich, schon jetzt Jahreskarten zu kaufen oder zu verschenken. Erhältlich sind diese im Bürgerbüro auf Burg Bodenteich. Nicht zuletzt regte Jess an, Werbetafeln von Firmen im Waldbad aufzustellen, um die Einnahmen zu erhöhen.

Der Vorschlag aus der Versammlung, die Stundenzahl der beiden Schwimmmeister, etwa beim Frühschwimmen, zu reduzieren, stieß bei Benecke auf strikte Ablehnung. „Das kommt nicht in Frage. Ohne Aufsicht geht es nicht. Da kommen haftungsrechtliche Fragen ins Spiel. Dieses Risiko trage ich nicht“, betonte er. Jess kann sich aber vorstellen, die Badeaufsicht ehrenamtlich durch die örtliche DLRG und den Schwimmclub Bodenteich zu unterstützen.

„Wir müssen, um unser Bad zu erhalten, Aktivität zeigen“, appellierte Jess an die Bürger. Dem Landkreis als Kommunalaufsicht müsse gezeigt werden, dass sich im Waldbad etwas bewege. Dem stimmte Bürgermeister Edgar Staßar zu: „Wir Bodenteicher müssen aufwachen und sagen: Wir müssen uns mehr einbringen und das ehrenamtliche Engagement verstärken.“

Von Bernd Schossadowski

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