Bad Bodenteich will neue Gebührenordnung verfassen / Hinweis auf Vorteile durch den Beitrag

Werben um die Kurabgabe

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Bei einer Erneuerung der Kurbeitragssatzung will der Flecken Bad Bodenteich vor allem darauf hinweisen, was durch den Kurbeitrag möglich wird. Der Flecken wirbt beispielsweise mit seinem Programm im Kurpark (wie das Kanufahren) oder auf der Burg.

Bad Bodenteich. Der Flecken Bad Bodenteich will sich eine neue Kurtaxenordnung geben. Das ist schon länger im Gespräch, nun hakte die CDU nochmals nach und drängte per Antrag auf eine Frist.

Die Verwaltung soll nun spätestens für die Saison 2015 eine neue Ordnung verfassen. Dafür sprach sich der Tourismus-Ausschuss des Fleckens aus.

Die Kurbeitragssatzungen aus Bad Bevensen und Bad Lauterberg hatten die Ausschussmitglieder als Anregungen vor sich. Die sind neu, die Bodenteicher nicht: „Unsere stammt aus dem Jahr 2002“, sagte Kurbetriebsleiter Torsten Novotny, und sie sei damit veraltet. Angedacht ist eine Erhöhung der Beiträge. „Ich halte es für angebracht, eine neue zu schreiben“, sagt Novotny. Er wie auch CDU-Ausschussmitglied Frank Seidel mahnte dazu, bei einer Neufassung auch sehr deutlich zu machen, wofür diese Einnahmen benutzt werden, um mehr Akzeptanz zu schaffen. Ausschussvorsitzender Jörg Bohnecke (SPD/GFW-Gruppe) dazu: „Die Menschen müssen verstehen, dass die einen Vorteil von dem Kurbeitrag, also der Kurkarte, haben. Es ist eine Vergünstigung, und das nicht nur in Bad Bodenteich.“

Ermäßigungen für viele weitere Veranstaltungen oder Einrichtungen auch außerhalb des Fleckens gibt es durch die Kurkarte Bad Bodenteich.

Etwa 36 000 Euro nimmt der Flecken im Jahr durch die Kur ein. Der größte Teil davon – etwa 75 Prozent – kommt laut Novotny aus den Beiträgen der Patienten der Seeparkklinik. Etwa sechs Prozent kommen durch den Campingplatz rein, 19 Prozent aus den Beherbergungsbetrieben. Und das könnte eigentlich mehr sein, glauben Bohnecke und Dr. Birgit Janßen (SPD/GFW). Sie vermuten, dass einige Gäste den Kurbeitrag pro Nacht (ein Euro in der Hauptsaison, 80 Cent in der Nachsaison) nicht zahlen: „Ich gehe davon aus, dass bei privaten Beherbergungsbetrieben mehr Gäste sind als aufgeführt. Ich würde mich freuen, wenn man da die Ehrlichkeit unterstützen würde“, meinte Janßen. Bohnecke, beruflich Polizist, erklärte, dass es eine zu ahndende Ordnungswidrigkeit sei, Kurabgaben nicht zu zahlen. Und es gebe Stichproben.

Alexander Kahlert, der Gemeindedirektor, will eher auf das Zuckerbrot statt auf die Peitsche hinaus: „Unser Ziel sollte es sein, die Aufmerksamkeit zu schärfen, was man für den Kurbeitrag bekommt“ – nämlich einen Kurpark samt Konzertprogramm und vielen weiteren Veranstaltungen. Und man solle darauf Acht geben, dass der Kurbetrieb langfristig kostendeckend laufe – durch höhere Beiträge, nach Wunsch der CDU vor allem bei den Camperplätzen.

„Eine hundertprozentige Kostendeckung werden wir nicht sofort hinbekommen. Aber es sollte unser Ansatz sein“, sagte Kahlert. Er und Bohnecke setzen auf Fingerspitzengefühl: Eine Erhöhung dürfe nicht so stark sein, dass der Kurbeitrag Akzeptanz verliere.

Von Kai Hasse

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