Politik vergibt Auftrag für erste Planungen an Architekten

Eltern wollen sie in Lüder, Politik in Bad Bodenteich: Auf dem Weg zum Kita-Neubau

Mehrere Eltern aus Lüder stehen hinter einem Plakat und fordern die Schaffung einer Kita im Ort.
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Im Oktober 2020 hatten zahlreiche Eltern aus Lüder die Schaffung einer Krippen- und einer Kindergartengruppe im Ort gefordert. Doch die Samtgemeindepolitik favorisiert derzeit Bad Bodenteich als Standort einer neuen Kita.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Wo genau in der Samtgemeinde Aue soll eine neue Kita mit zwei Krippen- und einer Kindergartengruppe gebaut werden? Die Politik hat jetzt den Auftrag für erste Planungsleistungen an einen Architekten vergeben. Als Kita-Standort ist Bad Bodenteich im Gespräch. Doch es gibt auch Stimmen, die für Lüder plädieren.

Bad Bodenteich/Lüder – Dass in der Samtgemeinde Aue dringend zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden müssen, ist in der Kommunalpolitik unstrittig. Doch über den Standort eines Kita-Neubaus gibt es geteilte Meinungen. Der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss (SGA) hat jetzt mehrheitlich beschlossen, den Auftrag für die Architektenleistungen in der ersten Planungsphase zu vergeben und dafür Mittel in den Haushalt einzustellen.

Wie berichtet, sollen eine neue Kindergarten- und zwei Krippengruppen geschaffen werden. Die Politik habe sich dafür ausgesprochen, die Planung für ein neues Kita-Gebäude in Bad Bodenteich voranzutreiben, sagt Verwaltungschef Michael Müller im AZ-Gespräch.

Kostenrahmen liegt bei zwei Millionen Euro

Doch es gebe noch ein Hintertürchen: Für den Neubau werde ein Kostenrahmen von zwei Millionen Euro angepeilt. Sollten die vom Architekten noch zu ermittelnden Gesamtkosten aber mindestens 25 Prozent über dieser Marke liegen, werde die Politik noch einmal neu über den Kita-Standort beraten, erklärte Müller. Aktuell werde dafür eine Samtgemeinde-Fläche neben der Skateranlage an der Burgstraße ins Auge gefasst. Ob sich dieses Areal für den Neubau eignet, ist aber noch unklar.

Jürgen Schulze (CDU), Mitglied des Samtgemeinderates und -ausschusses, übt jedoch Kritik an der Auftragsvergabe an den Architekten. Der Lüderaner setzt sich, wie viele Eltern aus dem Ort, dafür ein, dass statt des Baus einer neuen Kita in Bad Bodenteich das Gebäude der Senioren-Tagespflege des Paritätischen in Lüder genutzt wird. Dort gebe es genügend Platz, um bis zum August eine Kindergarten- und eine Krippengruppe einzurichten, meint Schulze.

Schulze befürchtet vorzeitige Festlegung

„Wenn ich einen Architekten mit der Planung einer so großen Maßnahme beauftrage, dann gibt es auch kein Zurück mehr“, befürchtet Schulze eine Vorfestlegung auf Bad Bodenteich. Würde die Samtgemeinde hinterher zurückrudern, seien Regressforderungen seitens des Architekten denkbar, warnt der Lüderaner. Er hätte es begrüßt, wenn zunächst nur die Kostenermittlung für den Neubau in Auftrag gegeben worden wäre. Die Entscheidung hätte seiner Ansicht nach auch nicht der SGA, sondern der Samtgemeinderat treffen müssen. Schulzes Fazit: „Hier ist mindestens ein Schritt zu schnell erfolgt. Das führt möglicherweise dazu, dass die Variante Lüder hinten runterfällt.“

Schulze bezweifelt auch, dass der Standort an der Skateranlage für einen Kita-Neubau geeignet ist. „Bei viel Regen steht die Grünfläche dort unter Wasser“, erklärt er. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Neubau im Überschwemmungsgebiet befindet. Der Samtgemeinde könnten hohe Kosten entstehen, falls der Untergrund für die Baumaßnahme aufwendig befestigt werden müsste, glaubt er.

Fläche neben dem Skaterpark wird geprüft

„Wir werden als Erstes überprüfen lassen, ob die Fläche am Skaterpark geeignet ist oder ob sie im Überschwemmungsgebiet liegt“, kündigt Samtgemeindebürgermeister Müller an. Eine Festlegung auf Bad Bodenteich als Kita-Standort habe der SGA mit seinem Votum noch nicht getroffen. Dessen Entscheidungskompetenz in dieser Angelegenheit sei aber nicht in Zweifel zu ziehen. „Auftragsvergaben liegen in der Beschlussermächtigung des Samtgemeindeausschusses“, betont Müller.

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