Langenbrügger fordern Reaktivierung der Haltestelle am Schafwedeler Weg / L 270 für Kinder gefährlich

Ein Wartehäuschen, doch kein Bus

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Viele Langenbrügger Eltern machen sich für die Reaktivierung der Bushaltestelle am Schafwedeler Weg stark. Dort gibt es ein modernes Wartehäuschen, das für mehrere tausend Euro gebaut wurde. Doch trotz des Schilds halten seit fast zwei Jahren an dieser Stelle keine Busse mehr.

Langenbrügge. Die Strichliste von Jannis Peters wird immer länger. Der Neunjährige steht an der Ortsdurchfahrt in Langenbrügge und zählt die Fahrzeuge, die an diesem Nachmittag über die Landesstraße 270 rollen.

Nach etwa zehn Minuten stehen auf seinem Zettel mehr als 20 Striche für Autos und fast ein Dutzend für Lastwagen. Nicht nur Jannis, sondern auch vielen anderen Langenbrüggern bereitet die Verkehrsbelastung in dem Ort große Sorgen.

Eine besondere Gefahrenstelle gibt es aus Sicht der Eltern im Umfeld der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße, der einzigen in Langenbrügge. Um sie zu erreichen, müssen die Schulkinder, die östlich der L 270 wohnen, die viel befahrene Landesstraße überqueren. Doch diese macht mitten im Ort eine scharfe Kurve. „Die Fahrzeuge können die Kinder dort gar nicht sehen“, warnt Tanja Peters, die Mutter von Jannis.

Deshalb hat sie ihrem Sohn eingeschärft, auf keinen Fall an dieser gefährlichen Stelle die Straße zu überqueren. Stattdessen geht Jannis immer einen Umweg, der ihn mehrere hundert Meter weg von der Kurve führt und somit sicherer ist. „Ich kann noch nicht so richtig einschätzen, wie schnell die Autos sind“, erzählt der Neunjährige. „Beim Überqueren hilft mir manchmal eine ältere Schülerin, die auf die Oberschule geht.“

Auch Marie-Luise Stünkel, Mitglied des Rates Lüder, sorgt sich um die Sicherheit der Kinder. Die L 270 habe „ein immenses Gefahrenpotenzial. Abhilfe ist hier dringend nötig“, betont sie. Östlich dieser Straße wohnen drei Grundschulkinder, vier weitere werden im Sommer eingeschult. Hinzu kommen viele Kita-Kinder, die in den nächsten Jahren zur Schule gehen werden, zählt die WGA-Ratsfrau auf.

Dabei könnte die Lösung des Problems so einfach sein, meinen Stünkel, Peters und viele andere Langenbrügger. Ihr Vorschlag: Im Ort sollte eine zweite Bushaltestelle geschaffen werden, und zwar am Schafwedeler Weg, einer ruhigen Seitenstraße der L 270. Dort steht ein hölzernes Wartehäuschen mit Spitzdach und Klinkerfundament, das vor einigen Jahren für mehrere tausend Euro im Zuge der Dorferneuerung gebaut wurde. Obwohl es ein entsprechendes Schild gibt, wird die Haltestelle schon lange nicht mehr von Bussen angefahren. Sie sollte deshalb reaktiviert werden, fordert Stünkel in ihrem Antrag an den Rat. Dazu müsste der Bus nur eine kleine Schleife fahren.

„Das war noch nie eine offizielle Haltestelle im Rahmen des Linienbusverkehrs. Und für die Schülerbeförderung wurde sie nur bis zum 1. August 2016 angefahren“, bestätigt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage. Mit Inkrafttreten des neuen ÖPNV-Konzepts im Landkreis sei dieser Halt für den Schulbusverkehr gestrichen worden.

Über Stünkels Antrag wird der Lüderaner Rat am Montag, 11. Juni, diskutieren. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Gasthaus Linsler in Reinstorf. „Unsere Bestrebungen sind, dass das Häuschen genutzt wird“, sagt Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU). Wie groß die Chancen dafür sind, das wird ein Vertreter des Landkreises während der Ratssitzung erläutern.

Von Bernd Schossadowski

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