Bad Bodenteicher weist auf unlauteren Wettbewerb hin / Vorsicht vor offiziell anmutenden Briefen

Warnung vor Abzocke

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Augen auf beim Kleingedruckten: Die Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale sehen sehr offiziell und behördlich aus. Die Verbraucherzentrale warnt davor, ein Abo einzugehen.

Bad Bodenteich. Ein schlichter grauer Umschlag mit einem blauen Stempel, auf dem „Gewerbeauskunft-Zentrale. de“ steht, landete im Briefkasten des Bad Bodenteichers Peter Schocker. Mit Argwohn überflog der Vermieter einer Ferienwohnung den Inhalt des Schreibens.

Darin bat man ihn, Adresse und Betriebsstätte zu ergänzen oder zu korrigieren, die in dem Brief abgedruckt sind. Doch der Bad Bodenteicher ignorierte die Aufforderung. Knapp einen Monat später folgte ein weiterer Brief der Gebührenauskunft-Zentrale mit Sitz in Düsseldorf, in dem er erneut aufgefordert wurde, seinen Daten zu übermitteln. „Ich habe beide Male nicht reagiert“, schildert Schocker. Wer den Brief ausgefüllt zurückschicke, der habe einen Vertrag, warnt er und spricht von „unlauterem Wettbewerb“. Soweit er weiß, haben es mehrere Vermieter von Ferienwohnungen bekommen. „Ich habe mich darüber geärgert, weil es aussieht wie ein offizielles Schreiben einer Behörde“, schimpft Schocker. Sein erster Weg führte ihn zur Polizei. Dort wurde er vertröstet: „Die Beamten haben mir gesagt, sie können nichts machen. “ Die Leute, die diese Briefe bekommen, sollten genauer lesen. Und tatsächlich: Auf der Rückseite des Briefes stehen die Allgemeinen Geschäftbedingungen. Die Gewerbeauskunft-Zentrale betreibe ein Internetportal und bieten eine kostenpflichtige Registrierung an. Die jährliche Vergütung beträgt 478,20 Euro, die Mindestlaufzeit zwei Jahre. Erst mit einer Kündigung stoppt das Angebot, sonst läuft es stetig weiter.

„Gerade ältere Vermieter sollten aufpassen“, warnt der Bad Bodenteicher, gerade weil das Schreiben „sehr behördlich“ aussieht. Er jedenfalls habe sich sehr geärgert.

Auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor der Gewerbeauskunft-Zentrale aus Düsseldorf. Dahinter verberge sich eine „Abofalle“. Vor allem kleine Unternehmen, Institutionen und Gerwerbetreibende seien ihres Wissens bereits auf das kostenpflichtige Angebot eines Gerwerbeeintrages hereingefallen. Betroffene sollen sich an ihre örtlichen Berufsverbände, IHK oder Handwerkskammern wenden, so der Tipp der Verbraucherzentrale.

Laut Verbraucherzentrale gebe es zahlreiche „schwarze Schafe“, die mit dieser Art von angeblichen Dienstleistungen versuchten, Kasse zu machen. Sie rät wie auch die Polizei, sämtliche Anfragen für Gewerbeeinträge, auch wenn sie auf den ersten Blick offiziell erscheinen, sorgfältig zu lesen und keinesfalls vorschnell zu unterschreiben. Sollte das schon geschehen sein, hilft eine rechtliche Beratung, um der Abofalle zu entrinnen.

Von Jörn Nolting

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