1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Bad Bodenteich

Warnlicht fehlt am Bahnübergang: Rat Lüder kritisiert Deutsche Bahn scharf

Erstellt:

Von: Bernd Schossadowski

Kommentare

Ein Polizeiauto hält vor dem Bahnübergang bei Lüder. Auf der anderen Seite der Gleise stehen ein Rettungswagen und ein Feuerwehrfahrzeug.
Zuletzt hatte sich im August ein Unfall am Bahnübergang auf der Kreisstraße zwischen Lüder und Langenbrügge ereignet. © Privat

Scharfe Kritik an der Deutschen Bahn hat jetzt der Rat Lüder geäußert. Am unbeschrankten Bahnübergang zwischen Lüder und Langenbrügge gibt es nämlich noch immer keine Warnlichter. Jetzt soll Gemeindedirektor Michael Müller den Landkreis um Unterstützung bitten.

Lüder – Die Worte von Tankmar Sauer waren mehr als deutlich. „Das ist ein absolut menschenverachtendes Verhalten der Bahn“, schimpfte der ehemalige WGA-Ratsherr als Zuhörer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Lüder. Sein Zorn richtete sich gegen die Deutsche Bahn, die es weiterhin ablehnt, am unbeschrankten Bahnübergang auf der Kreisstraße zwischen Lüder und Langenbrügge zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Und das, obwohl es dort immer wieder zu Zusammenstößen von Zügen mit Autos kommt (AZ berichtete).

Auf Anträge der CDU- und der WGA-Fraktion hin hat der Rat Lüder jetzt erneut über dieses Thema diskutiert. WGA-Fraktionschef Torben Manning erinnerte daran, dass sich vor etwa 30 Jahren ein tödlicher Unfall an dem Bahnübergang ereignet hat. Deshalb forderte er die Bahn auf, dort zumindest eine blinkende Lichtzeichenanlage zu installieren. Eine Halbschranke sei zwar wünschenswert, aus Kostengründen aber unrealistisch, gab er zu. Für Autofahrer sei es oft schwierig, an dem Übergang einen Zug rechtzeitig zu erkennen. „Wenn die Sonne von der falschen Seite kommt oder es neblig ist, sieht man ihn nicht, auch wenn man sich an die vorgeschriebenen 20 km/h hält“, so Manning.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schulze appellierte an die Bahn, in Sachen Verkehrssicherheit aktiv zu werden. „Im August ist an dem Bahnübergang wieder ein Unfall passiert, zum Glück nicht tödlich“, sagte er. Allerdings habe sich mit der Einführung des Ein-Stunden-Taktes des Erixx die Zugfrequenz erhöht, wodurch die Gefahr von Kollisionen mit Autos steige. Hinzu komme, dass auf den umliegenden Ackerflächen in den vergangenen Jahren viel Mais gepflanzt worden sei. Stehe dieser hoch, beeinträchtige er die Sicht der Verkehrsteilnehmer am Bahnübergang.

Schulze und Manning baten deshalb Gemeindedirektor Michael Müller, noch einmal den Landkreis Uelzen zu kontaktieren. Dieser solle auf die Bahn einwirken, damit diese an der Gefahrenstelle ein Warnlicht einbaut. „Wir müssen weiterkommen, bevor da wieder etwas passiert, was keiner haben will“, betonte Schulze. Diesem Vorgehen stimmte der Rat geschlossen zu.

Rein rechtlich seien der Gemeinde Lüder jedoch die Hände gebunden, erwiderte Müller. Zwar habe die Bundesbahndirektion Hannover 1992 den Planfeststellungsbeschluss getroffen, dass zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an dem Bahnübergang eine Lichtzeichenanlage mit Halbschranke installiert werden soll. Die Bahn habe das aus finanziellen Gründen aber erst mal nach hinten geschoben. Die Folge: Mehr als zehn Jahre sei dort nichts passiert. „Der Beschluss von 1992 ist damit verwirkt. Wir haben als Gemeinde keine Handhabe mehr“, bedauerte Müller. Dieses Begehren könne nur der Landkreis bei der Bahn äußern.

Zuletzt war Müller 2020 nach einer ähnlichen Diskussion im Rat Lüder an die Bahn herangetreten. Doch die hatte ihm geantwortet, dass sie das Andreaskreuz am Bahnübergang und das Pfeifsignal herannahender Züge für ausreichend halte. Für weitere Sicherungsmaßnahmen sei die Verkehrsbelastung auf der Kreisstraße nicht hoch genug. „Das ist unbefriedigend auch für mich als Gemeindedirektor“, sagte Müller. Trotzdem wird er auf Beschluss des Rates jetzt noch einmal den Landkreis bitten, auf die Bahn einzuwirken.

Auch interessant

Kommentare