Premiere in Bad Bodenteich: Eltern organisieren Finanzierung eines Spielturms größtenteils selbst

„Das hat Vorbild-Charakter“

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Da kam Freude auf: Im Beisein von Kindern sowie Vertretern von Rat und Verwaltung des Fleckens Bad Bodenteich gaben Judith Hergaden (vorne links) und Katrin Plata (vorne rechts) von der Elterninitiative das neue Spielgerät frei.

Bad Bodenteich. So etwas hat es in Bad Bodenteich noch nicht gegeben. Weil der Flecken aufgrund seiner knappen Kassen die neue Turm-Anlage für den Spielplatz im Baugebiet „An den Seewiesen“ nicht finanzieren konnte (AZ berichtete), ist eine Elterninitiative eingesprungen.

Sie hat das Projekt in die eigene Hand genommen und aus Eigenmitteln und Spenden das neue Spielgerät zum größten Teil selbst finanziert. Gestern wurde es offiziell eingeweiht.

Drei Rutschen, drei Türme, eine Wackelbrücke, ein Kletternetz und vieles mehr bietet die Spiel-Anlage aus Kunststoff, deren Farben Rot, Gelb und Blau sofort ins Auge fallen. Der Boden ringsherum ist mit 36 Kubikmetern Sand weich gepolstert. „Wir sind von dem Spielgerät total begeistert“, freut sich Judith Hergaden, die zusammen mit Katrin Plata die treibende Kraft in der Elterninitiative war.

Die beiden wollten sich nicht damit abfinden, dass auf dem Spielplatz gähnende Leere herrschte. Denn das alte Holzspielgerät war kaputt und musste 2016 aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Ein Ersatz schien wegen der Finanzlage des Fleckens nicht möglich zu sein. Also wurden Judith Hergaden und Katrin Plata selbst aktiv. Sie organisierten zwei Flohmärkte, aus deren Erlösen ein vierstelliger Betrag zusammenkam, und baten unzählige Firmen und Organisationen um Spenden. „Wir waren echt penetrant“, sagt Katrin Plata scherzhaft. Sie dankt allen Helfern, die mit Kuchenspenden oder der Bereitstellung von Tombola-Preisen zum Erfolg des Projekts beigetragen haben.

Und das Engagement hat sich gelohnt. Etwa 13 600 Euro hat das neue Spielgerät gekostet. 2500 Euro steuerte der Flecken bei, den Rest organisierte die Elterninitiative selbst. Allein rund 5000 Euro gab es von der Organisation „Ein Herz für Kinder“, hinzu kamen zahllose Spenden von Firmen, Kreditinstituten und Privatpersonen. Dadurch war es auch möglich, ein deutlich größeres Spielgerät anzuschaffen, als eigentlich geplant war.

Die Resonanz der Gäste bei der Einweihungsparty ist überwältigend. „Das hat Vorbild-Charakter“, meint Kurverwaltungsleiter Torsten Nowotny. „Es gibt mehrere andere Spielplätze im Flecken, bei denen man sich eine solche Initiative vorstellen könnte.“ Auch Verwaltungsmitarbeiter Gerhard Schweitzer ist vom Einsatz der Eltern angetan: „Das ist wirklich toll. Dafür Lob, Dank und Anerkennung.“

Eine richtige Spielplatz-Taufe gibt es gestern auch. Dazu öffnet Katrin Plata eine Flasche alkoholfreien Sekt – und der Korken schießt über einen der Türme hinweg. „Das musste einfach mal sein. Von uns ist in diesem Moment alles abgefallen“, verrät Judith Hergaden. Auch die Kinder sind von dem Spielgerät begeistert. „Die Röhrenrutsche mag ich am liebsten“, schwärmt die sechsjährige Klara. Und Luca-Pascal (9) erzählt: „Mir gefällt es sehr gut. Ich werde jetzt häufiger hier spielen.“

Von Bernd Schossadowski

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