Samtgemeinde Aue: Wie viele Flüchtlinge sind es nun?

Flüchtlingszahlen: Unkontrollierte Umzüge bringen Statistik durcheinander

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Etwa 540 Flüchtlinge leben zurzeit in der vom DRK betriebenen Notunterkunft in Bad Bodenteich. Hinzu kommen 169 Menschen im Gebiet der Samtgemeinde Aue, die dem Landkreis Uelzen zugeteilt worden sind.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Wie viele dem Landkreis Uelzen zugeteilte Flüchtlinge leben derzeit eigentlich in der Samtgemeinde Aue? Diese Frage kann die Verwaltung nicht so einfach beantworten, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Hendrik Kunitz jetzt während des Sitzung des Bodenteicher Rates.

Vorige Woche waren offiziell 169 Flüchtlinge in der Samtgemeinde gemeldet. „Wir haben aber ein großes Problem mit dem unkontrollierten Umzug der Flüchtlinge im Kreis Uelzen“, gab Kunitz zu. „Das wirft unsere Statistik durcheinander. “.

Einige Neuankömmlinge seien zu ihren Familienangehörigen umgezogen, hätten die Kreisverwaltung aber nicht darüber informiert. Andere Flüchtlinge wiederum seien in Wohnungen in der Samtgemeinde Aue angetroffen worden, obwohl sie weder registriert noch dem Kreis Uelzen zugewiesen seien, berichtete Kunitz. Letztgenannte Personen würden daher in die Erstaufnahme-Einrichtung nach Braunschweig geschickt.

Außerdem sei nicht immer klar, wie viele Flüchtlinge das DRK in der Notunterkunft auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich zu erwarten habe, sagte Kunitz und nannte ein Beispiel: Vor einiger Zeit habe das Land dort 100 Neuankömmlinge angekündigt, eingetroffen seien letztlich aber nur rund 25. „Viele Flüchtlinge weigern sich, in Busse einzusteigen und nach Bad Bodenteich zu fahren, weil sich ihr Asyl-Antrag dadurch wahrscheinlich in die Länge ziehen wird“, erklärte Kunitz. In Bodenteich gebe es nämlich weder eine Außenstelle der Landesaufnahmebehörde noch des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Meike Karolat, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbandes Uelzen, verweist jedoch darauf, dass das Rote Kreuz die in der Bad Bodenteicher Notunterkunft lebenden Flüchtlinge regelmäßig mit Bussen zu Terminen nach Braunschweig fährt. Dort würden sie zu ihren Asylverfahren angehört und bekämen ihr Taschengeld ausbezahlt. Etwa 540 Flüchtlinge leben zurzeit auf dem früheren BGS-Gelände, so Meike Karolat. Dass sich Flüchtlinge geweigert hätten, nach Bad Bodenteich zu fahren, hört sie zum ersten Mal. „Die Menschen haben rechtlich keine Wahl. Sie müssen sich in den Bus setzen und dorthin fahren, wohin sie umverteilt werden sollen“, betont die DRK-Sprecherin.

Von Bernd Schossadowski

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