Streit um möglichen Kita-Neubau in Bad Bodenteich

Verwaltungschef Müller weist Kritik von Eltern zurück

Zwei Kinder spielen mit Bauklötzen in einer Kita.
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In der Samtgemeinde Aue müssen zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden. Die Politik tendiert mehrheitlich zu einem Neubau in Bad Bodenteich.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Eine Elterninitiative aus Lüder hat Kritik am möglichen Neubau einer Kita in Bad Bodenteich geübt. Stattdessen wünschen sich die Eltern zusätzliche Betreuungsplätze in Lüder. Jetzt reagiert Aues Samtgemeindebürgermeister Michael Müller auf die Kritik.

Lüder – Wird auf einer Fläche neben der Skateranlage in Bad Bodenteich für geschätzte 2,5 Millionen Euro ein neues Kita-Gebäude für drei Gruppen errichtet? Oder nimmt die Samtgemeinde Aue nun doch das Angebot des Paritätischen an, im Obergeschoss der Senioren-Tagespflege in Lüder zum

1. August 2021 zwei Kita-Gruppen zu schaffen? Die Elterninitiative aus dem Ort, die Verwaltungschef Michael Müller kürzlich 67 unterschriebene Briefe von Familien überreicht hatte (AZ berichtete), hat dazu eine klare Meinung: In Lüder sollten schnellstmöglich eine Krippen- und eine Kindergartengruppe eingerichtet werden. Auf den Begleitbrief, den Jana Busse im Namen der Eltern an Müller übergeben hatte, hat dieser jetzt geantwortet.

Die Aussagen der Lüderaner Initiative, die sich auch an die Politiker in der Samtgemeinde Aue richten, sind deutlich. „Die Räume vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Lüder hätten zu einem Bruchteil der Investitionssumme über Jahre zur Verfügung gestanden und würden es auch jetzt bestimmt noch tun“, heißt es in dem Schreiben. „Zeitnah hätte man dort den Betrieb aufnehmen können, und die Möglichkeit besteht noch immer.“ Mit der kurzfristigen Lösung in Lüder hätte die Samtgemeinde die Chance, „den Eltern ein vernünftiges und angepasstes Angebot zu machen“, erklärt die Lüderaner Initiative.

Ein Kita-Neubau in Bad Bodenteich werde so lange dauern, wie eine Kindergartenperiode für ein Kind sei, befürchten die Eltern. Sie hoffen daher, dass Politik und Verwaltung „zu einer praktikablen und zeitnah umsetzbaren Entscheidung kommen, die im Sinne der Kinder, Eltern und jedes Steuerzahlers in der Samtgemeinde Aue sein wird.“

In seinem Antwortbrief an die Initiative schreibt Müller, einige Ausführungen der Eltern könnten von ihm „leider nicht nachvollzogen werden“. Unter anderem verweist der Verwaltungschef darauf, dass in der Senioren-Tagespflege in Lüder 25 Kindergarten- und 13 Krippenplätze geschaffen werden könnten. Die Räumlichkeiten in dem Gebäude reichten aber nicht aus, um den errechneten Platzbedarf für den Einzugsbereich der Kita Bad Bodenteich zu decken, betont Müller. Deshalb seien „neben den Mietkosten für die Einrichtung von Betreuungsplätzen in Lüder auch Kosten für einen Neubau in Bad Bodenteich mit einzurechnen“.

Auch die Darstellung der Elterninitiative, dass in der Senioren-Tagespflege bereits hochwertig sanierte Räume zur Verfügung stünden, weist Müller zurück. Er habe die Räumlichkeiten mehrfach in Augenschein genommen, schildert er. Sein Fazit: Für eine Nutzung des Obergeschosses als Kita müsste noch ein Ausbau erfolgen, der mit Zeitaufwand und Kosten verbunden sei.

Ohnehin könnten zusätzliche Betreuungsplätze – ob in Lüder oder in Bad Bodenteich – erst dann geschaffen werden, wenn der Samtgemeinderat dazu einen Nachtragshaushalt beschließt. Im aktuellen Etat seien diese Mittel nicht eingeplant.

Zudem widerspricht Müller der Kritik der Elterninitiative, dass die Samtgemeinderatsmitglieder nicht verantwortungsvoll mit ihren Aufgaben und Pflichten umgingen. „Insbesondere mit dem Thema Kinderbetreuung beschäftigen sich die politischen Gremien seit Monaten intensiv“, stellt er klar.

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