Bad Bodenteich: Ehemaliges BGS-Gelände steht vor dem Verkauf / Gemeinde hat Planungshoheit

Vertragstermin am 1. September

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Diensthunde werden der Vergangenheit angehören: Auf dem BGS-Gelände sollen Senioren, Familien und Jugendliche gemeinsam leben. So sieht es der Plan des Investors vor.

Bad Bodenteich. „Stell dir vor, 250 Menschen von ein bis 100 Jahren leben zusammen auf einem Gelände. Jede und jeder lebt sein eigenes Leben und doch gibt es eine Gemeinschaft, die gleichermaßen freilässt und verbindet.

“ Dieses Mehrgenerationen-Modell will Investor Markus Schmidt auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich in die Tat umsetzen. Seit April besteht die Internetseite des „Projektwerks Bad Bodenteich“. Zukunft zahlt sich aus, lautet der Untertitel. „Multidimensionale Inklusion“ nennt Schmidt sein Modell.

„Wir wissen gar nichts“, beklagt sich allerdings Dr. Horst-Michael Hintze, Sprecher der SPD/GFW-Gruppe, im Rat des Fleckens Bad Bodenteich. Also schrieb er Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) eine E-Mail, in der er eine Erklärung fordert, warum von derart weitreichenden und weit fortgeschrittenen Plänen weder Hintze als Fraktionsvorsitzender noch der Gemeinderat bisher irgendeine Kenntnis erhielt. „Es sieht so aus, als ob der Gemeinderat schon zugestimmt habe, ohne dass bisher irgendein Beschlussgremium des Rates über die Planungen beraten habe oder auch nur informiert worden sei“, beschwert sich der Bad Bodenteicher und spricht von „Vertrauensbruch“.

Doch Staßar weist diese Vorwürfe von sich: „Es ist alles noch nicht in trockenen Tüchern.“ Markus Schmidt war zwar schon zwei-, dreimal in Bad Bodenteich und hat das Gelände besichtigt, aber Unterschriften seien noch keine geleistet worden. „Er soll das Konzept am 8. August in einer öffentlichen Ratssitzung vorstellen“, kündigt der Bürgermeister an. Eben jenes Konzept kann allerdings schon jetzt auf der Internetseite eingesehen werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) muss das Gelände freigeben, bevor der Investor tätig werden kann. „Seitens der BImA gibt es eine Zusage. Der Vertragstermin ist am 1. September“, sagt Schmidt. Und auch Hintze wartet ab: „Wenn das Konzept passt, dann spricht nichts dagegen.“ Schon vor drei Monaten habe Schmidt den Antrag gestellt, das Projekt möglichst schnell der Gemeinde vorzustellen. Gemeindedirektor Alexander Kahlert betont allerdings, dass die Gemeinde nicht Besitzer des Areals sei und keine Möglichkeit habe, den Kauf zu verhindern. „Die Gemeinde hat nur einen Einfluss auf die Nutzung, denn der Flecken hat die Planungshoheit.“

Von Jörn Nolting

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