Angekündigte Maßnahmen beunruhigen Anwohner der Bad Bodenteicher Jägerstraße

Unterschriften gegen Sanierung

Über den Zustand der Jägerstraße sind Verwaltung und Anwohner unterschiedlicher Ansicht. Bauamtsleiter Heinz Foth spricht von einer der schlechtesten Straßen Bodenteichs, Wolfgang Arndt meint, dass Reparaturen reichen. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Der Asphalt hat Risse, und Bodenwellen versetzen überfahrende Autos in unangenehme Schwingungen – die Jägerstraße in Bad Bodenteich ist alles andere als gut in Schuss. Eine Sanierung ist darum beschlossene Sache.

Der Rat des Fleckens Bad Bodenteich hat einen Ausbau im Jahr 2014 angesetzt – eine Planung, die einem Großteil der Anwohner nicht passt. Denn die müssen sich prozentual an den Maßnahmen beteiligen.

„Die Jägerstraße ist gar nicht so schlecht“, betont Wolfgang Arndt, dessen Mutter ein Haus in der Jägerstraße bewohnt. „Wir haben sofort Widerspruch eingelegt, als wir von den Plänen erfahren haben.“ Und nicht nur Familie Arndt will für umfangreiche Sanierungsarbeiten nicht zahlen – eine Unterschriftenliste ist bereits in Arbeit. „Hier wohnen viele Rentner und Witwen. Die können sich eine teure Sanierung nicht leisten. Immerhin rechnen wir hier mit 8000 bis 10 000 Euro. Die treiben die Leute in die Schulden“, verdeutlicht Arndt die Befürchtungen der Anwohner. Er vermutet, dass hinter dem Zustand der Straße vor allem unzureichende Ausbesserungsarbeiten stecken. „Hätten die für die Reparaturen mal eine Fachfirma beauftragt und nicht den Bauhof, wäre es nicht so gekommen“, wettert der ehemalige Busfahrer. Zudem sei die Straße über Jahre hinweg zu stark beansprucht worden. Für Schwerlastverkehr sowie Busse, die über die Piste fahren, sei sie einfach nicht geeignet. Arndt: „Und dass wir dann auch noch aus der Presse von der Sanierung erfahren mussten, ärgert uns zusätzlich.“

Diesen Vorwurf weist Bodenteichs Bauamtsleiter Heinz Foth jedoch entschieden zurück. In einer öffentlichen Ausschusssitzung sei im März über die Sanierung informiert worden – bei einem Ortstermin an der in den 60er Jahren gebauten Jägerstraße haben sich die Ausschussmitglieder einen Eindruck vom Straßenzustand verschafft und im Anschluss Möglichkeiten diskutiert. „Wir haben ein Ingenieurbüro beauftragt, verschiedene Ausbauvarianten zu prüfen. Die Möglichkeit, die wir jetzt umsetzen wollen, ist noch die kostengünstigste“, erklärt Foth. Nach den bisherigen Überlegungen soll der Plan für die Maßnahme 2013 fertiggestellt werden. Die Umsetzung würde 2014 folgen, Zahlungen kämen auf die Anwohner dann 2015 zu.

„Wenn die Planung vorliegt, werden wir noch eine Bürgerinformationsveranstaltung einberufen. Aber das macht erst Sinn, wenn wir auch wissen, was genau ansteht“, sagt der Bauamtsleiter.

Derzeit werden Regenwasserkanal und der Schmutzwasserkanal geprüft, um genauere Angaben zu den anstehenden Arbeiten machen zu können. Denn die Bodenwellen, die mit bloßem Auge zu sehen sind, können unterschiedliche Gründe haben, die sich wiederum auf die ganze Straße auswirken könnten. Vielleicht muss auch der Gehweg angefasst werden. Foth: „Im Erdbereich muss da etwas kaputt sein.“ Die Ergebnisse der Untersuchungen, deren Kosten der Flecken Bad Bodenteich trägt, sollen dann Ende September oder Anfang Oktober vorliegen.

Neben baulichen Fragen muss auch die Kategorie der Straße noch geklärt werden. Denn danach richtet sich der Prozentsatz, mit dem sich die Anwohner der Bad Bodenteicher Jägerstraße an den Sanierungskosten beteiligen müssen. Bei einer Anliegerstraße wären das beispielsweise 75 Prozent. Bei einer Innerortsstraße läge der Satz darunter.

Von Wiebke Brütt

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