Medical Task Force trainiert auf dem Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft

Übung für den Ernstfall in Bad Bodenteich

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Die Medical Task Force 3 bestehend aus Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes trainierte auf dem Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft für den Ernstfall.

Bad Bodenteich. Was tun, wenn eine Katastrophe größeren Ausmaßes eintritt? Eine große Anzahl Verletzter irrt umher, ist möglicherweise kontaminiert, aber dennoch in der Lage, selbständig ein Krankenhaus aufzusuchen: Eine Situation, die sehr schnell außer Kontrolle zu geraten droht.

Um hier koordiniert und zielgerichtet helfen zu können, gibt es die „Medical Task Force“, einen Einsatzgroßverband einer Katastrophenschutzeinrichtung des Bundes. 66 solche Großverbände gibt es deutschlandweit, sechs davon im Land Niedersachsen, unter anderem die Medical Task Force 3 (MTF 3), bestehend aus Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Harburg, Stade, Rotenburg und Celle. Mehr als 150 ehrenamtliche Einsatzkräfte übten am gestrigen Sonntag den Aufbau eines sogenannten „Behandlungsplatzes 50“ auf dem Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft Camp Bad Bodenteich. Ihr Auftrag: Unterstützung der imaginären „Klinik links der Ilmenau“ bei der Aufnahme leichtverletzter Personen. Innerhalb einer Zielvorgabe von 60 Minuten entstand so flugs eine kleine Zeltstadt, bestehend aus Eingangs- und Dekontaminationszelt, fünf Behandlungszelten, sowie einem Ausgangszelt als Binde- und Aufnahmeglied zu der örtlichen Klinik.

„Bei einem derart großen Einzugsgebiet sind die Kameraden bis zu vier Stunden unterwegs, daher ist es wichtig, dass man sich regelmäßig trifft, da man sonst nie die Gelegenheit hätte, gewisse Szenarien gemeinsam zu üben“, erklärt Daniel Muhsik, Abteilungsleiter MTF 3. Die Übung wurde auch von Vertretern des Verbindungskommandos der Bundeswehr des Landes Niedersachsen, sowie dem Referatsleiter Katastrophenschutz des Niedersächsischen Innenministeriums, Mirko Temmler, mit großem Interesse verfolgt, denn eine solche Großübung findet nur einmal jährlich statt und bietet somit die seltene Möglichkeit zu sehen, welche Leistungsfähigkeit die jeweils anderen Verbände haben.

Für die Ehrenamtlichen der DRK-Bereitschaft Uelzen und Lüchow-Dannenberg begann das Übungswochenende bereits am Freitag mit dem Aufbau eines ähnlichen Behandlungsplatzes in Munster.

Von Oliver Huchthausen

Medical Task Force trainiert auf dem Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft

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