Wachmann vermutet absichtliche Vergiftung

„Turbo“ tot – Ursache bleibt ungeklärt

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Agil und intelligent: Wegen seiner vielseitigen Eigenschaften ist der Malinois als Diensthund zum Beispiel bei der Polizei stark verbreitet.

Bad Bodenteich. Drei Jahre lang hat „Turbo“ auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich gelebt und gearbeitet. Zusammen mit seinem menschlichen Partner, Wachmann Andreas Wahsner, bewachte der belgische Schäferhund – auch Malinois genannt – das Grundstück.

Nun wird ein anderer Wachhund seinen Platz einnehmen müssen, denn „Turbo“ ist im Alter von gerade einmal fünf Jahren gestorben – „wahrscheinlich vergiftet“, wie Wahsner vermutet.

Am fühen Abend des 27. Juli habe er bemerkt, das etwas mit Turbo nicht stimme, erinnert sich Wahsner: „Nach drei Jahren kennt man so ein Tier in- und auswendig.“ Der Rüde sei apathisch gewesen, habe Futter und Wasser verweigert. Daraufhin habe er seinen tierischen Kollegen genauer unter die Lupe genommen: „Am linken Auge habe ich dann kleine Bluttropfen festgestellt und unter den Lefzen geschaut – die waren ganz ausgetrocknet“, berichtet der 43-Jährige.

Daraufhin habe er zunächst die zuständige Tierärztin verständigt. Diese habe ihm nach der Untersuchung jedoch empfohlen, eine Tierklinik aufzusuchen. Wahsner: „Sie vermutete Rattengift.“ Die Klinik in Uelzen sei bereits überlastet gewesen, deshalb sei man nach Lüneburg gefahren. Auf dem Weg dorthin habe sich der Zustand Turbos „dramatisch verschlechtert“, er habe immer stärker aus den Augen geblutet und hätte kaum noch aufstehen können.

„In Lüneburg sind wir sofort drangekommen und es wurde alles versucht, um dem Hund zu helfen“, sagt Wahsner. Doch mit der Blutgerinnung habe etwas nicht gestimmt, bei der Blutabnahme sei es „gelaufen wie Wasser“ und kaum zu stoppen gewesen. Schließlich, so der Wachmann, „wurde sein Zustand immer schlimmer und mir wurde empfohlen, ihm ein weiteres Leiden zu ersparen“. Darum ließ er Turbo einschläfern.

Einige Bad Bodenteicher munkeln seither, dass der Hund bewusst vergiftet worden sei. Schon im April gab es einen ähnlichen Fall in Suhlendorf. Fachtierarzt Dr. Uwe Zimmermann von der Tierklinik Lüneburg kann die geschilderten Symptome nicht zweifelsfrei deuten: Auch andere Erkrankungen wie Tumore, Infektionen oder Leukämie könnten veränderte Blutparameter hervorgerufen haben. „Für Rattengift spricht nicht viel“, sagt Zimmermann, „andere Gifte kann man aber nicht ausschließen.“ Für eine sichere Diagnose hätte es noch weiterer Untersuchungen bedurft.

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