Gemeinde Bad Bodenteich will ehemaliges BGS-Gelände als Ganzes veräußern

Tourismus statt Bauhof

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Der Flecken Bad Bodenteich sucht einen Nachnutzer des ehemaligen BGS-Geländes. Den Vorschlag, einen Teil des Areals für den Bauhof zu nutzen, hält die Mehrheit vor dem Findungsverfahren für kontraproduktiv.

Bad Bodenteich. Der Standort des Bauhofs der Samtgemeinde Aue beschäftige den Rat der Samtgemeinde und der Gemeinde Bad Bodenteich.

„Der Bauhof ist Aufgabe der Samtgemeinde, aber der Flecken ist betroffen, weil die Gemeinde den Grund und Boden stellt“, erklärte Frank Juchert, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. Es existiert ein Vertrag zwischen Samtgemeinde und Gemeinde.

Das ehemalige BGS-Gelände ist seit Jahren ein Thema. Seit dem Abzug des Grenzschutzes 1998 sucht die Gemeinde Investoren, die das Terrain nutzen wollen. In diesem Jahr erstellte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) eine Machbarkeitsstudie für den Standort in Bad Bodenteich. Die Fläche soll möglichst als Ganzes verwertet werden. Das ist auch der Grund, warum der Antrag der SPD/Dr. Hintze Gruppe wenig Anklang bei den meisten Mitgliedern des Rates fand. Der Vorschlag der Gruppe: Ein Teil des ehemaligen BGS-Geländes könnte dem Bauhof als Unterkunft dienen.

„Der Bauhof ist zu klein für die Samtgemeinde Aue. Deshalb muss investiert werden“, mutmaßt SPD-Ratsherr Wilfried Nickel. Deshalb solle geprüft werden, ob Platz auf dem ehemaligen BGS-Gelände ist.

Bis 2018 haben der Bund und das Land einen Nutzungsvertrag abgeschlossen, es sei denn, die Gemeinde findet einen Investor. Die Ausstiegsklausel bei einer möglichen Nachnutzung beträgt ein Jahr. Dann müssen Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert werden.

Im nächsten Jahr findet das Interessenerkundungsverfahren statt. Dann präsentieren die möglichen Investoren ihre Konzepte. „Der Flecken Bad Bodenteich ist die Planungsbehörde“, weiß Juchert. Dahinter steht allerdings noch der Bund, der möglichst viel Gewinn aus dem Verkauf des Geländes ziehen will.

Vom Land Niedersachsen wird die ehemalige BGS-Kaserne als Castor-Unterkunft für die Polizisten genutzt. Dann ist sie von August bis November für die Öffentlichkeit gesperrt. Ansonsten können die Vereine die Sporthalle nutzen.

Karl-Hans Firsching, Fraktionssprecher der CDU, hält den Vorschlag der SPD für widersprüchlich: „Dieser Vorschlag steht den Interessen des Fleckens entgegen.“ Und das gerade kurz vor dem Findungsverfahren. Dass wir dort Tourismus veranlagen wollen, wird nicht widersprochen“, betont Wolf-Dieter Hiltner (SPD). Immerhin, so Hiltner, nutze auch der Betrieb Werkhaus ein Teil des Geländes. Wenn der neue Investor also nicht das gesamte Gelände braucht, dann könne man darüber weiterverhandeln.

Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) hatte bereits mit Vertretern der BiMA und möglichen Interessenten gesprochen: „Unser Ziel ist es, den Tourismus zu verwirklichen. Die Interessenten können auf dem Gelände den Bauhof nicht gebrauchen.“ Die Unterkunft nur für die Castor-Transporte nutzen – das will Staßar nicht. „Seit 13 Jahren ist nichts passiert, wir wollen möglichst alles im Ganzen veräußern.“

Von Jörn Nolting

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