Bad Bodenteicher Rat lehnt SPD/GFW-Antrag auf Abriss des Schützenhauses ab

Streit um „Schimmelbude“

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Im ehemaligen Schützenhaus hat sich an vielen Stellen Schimmel gebildet. Doch für den Antrag der SPD/GFW-Gruppe auf Abriss des Gebäudes gab es jetzt im Rat keine Mehrheit.

Bad Bodenteich. Jörg Formella geht es nach dem Besuch des von Schimmelpilzen befallenen Haus des Gastes in Bad Bodenteich gut, körperliche Beschwerden hat er keine.

Diese Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden war eine der Erkenntnisse, die der Rat des Fleckens auf seiner Sitzung am Donnerstagabend zog. Am 25. Februar hatte eine Gruppe von Rats- und Verwaltungsvertretern das marode Gebäude in Vollschutzanzügen besichtigt. Nach diesem Rundgang verspüre er keine gesundheitlichen Probleme, berichtete Formella. Er stelle sich deshalb „die Frage, ob das alles wirklich so dramatisch ist“.

Dieser Meinung waren auch die übrigen Vertreter der CDU-Mehrheitsfraktion: Sie lehnten mit ihren acht Stimmen den von der SPD/GFW-Gruppe eingebrachten Antrag auf schnellstmöglichen Abriss des Haus des Gastes, ehemals Schützenhaus, ab. Für diese Forderung votierten sechs Ratsmitglieder, zudem gab es eine Enthaltung.

Zuvor hatte Dr. Horst-Michael Hintze, Sprecher der Minderheitsgruppe, für den Abriss des massiv mit Schimmel belasteten Gebäudes geworben. „Es ist an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen“, sagte er mit Blick auf die anhaltende Diskussion über die Zukunft des seit Januar 2013 geschlossenen Hauses. Dieses verursache jährlich hohe Kosten und werde zum „Fass ohne Boden“. Eine millionenschwere Renovierung könne sich der Flecken nicht leisten. Daher müsse der Rat nun den Grundsatzbeschluss fassen, die Immobilie abzureißen, forderte Hintze und bezeichnete das Gebäude als „Schimmelbude“, die dem Image Bad Bodenteichs Schaden zufüge.

Dem wollte sich die CDU-Fraktion nicht anschließen. Formella verwies darauf, dass die Kosten für einen möglichen Abriss des einstigen Schützenhauses noch nicht ermittelt seien. „Es wird keinen Grundsatzbeschluss geben, wenn wir nicht wissen, was da auf uns zukommt“, stellte Formella klar. Er hofft weiterhin, einen Käufer für das Objekt zu finden. Notfalls könnte der Flecken es für einen Euro veräußern, schlug er vor. „Eine Grundsatzentscheidung würde von vornherein die Möglichkeit einer Vermarktung ausschließen“, meinte auch Frank Seidel (CDU) und befürchtete, dass ein Abriss „extrem teuer“ werden könnte.

SPD und GFW reagierten empört auf Formellas Einschätzung des Gefahrenpotenzials im Haus des Gastes. Der CDU-Fraktionschef wolle das Problem „verniedlichen, herunterspielen und verdrängen“, kritisierte Hintze und schlussfolgerte: „Der Abriss ist alternativlos.“ Sein Gruppenkollege Jörg Bohnecke appellierte – letztlich vergeblich – an die CDU, für einen Abriss zu stimmen: „Wir müssen die Sache beenden. Das Ding frisst jeden Tag Geld.“

Von Bernd Schossadowski

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