Trotz Verbot werden Gemeindestraßen genutzt

Sperrung bei Bad Bodenteich: „Sie fahren uns alles kurz und klein“

Die Kanalstraße zwischen Bad Bodenteich und Lüder wird trotz Sperrung von vielen als Abkürzung genutzt, um nicht die offizielle Umleitung fahren zu müssen. Warnbake und Schild sind feinsäuberlich zur Seite gestellt worden.
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Die Kanalstraße zwischen Bad Bodenteich und Lüder wird trotz Sperrung von vielen als Abkürzung genutzt, um nicht die offizielle Umleitung fahren zu müssen. Warnbake und Schild sind feinsäuberlich zur Seite gestellt worden.

Bad Bodenteich – Eine Warnbake und ein Durchfahrt-Verboten-Schild weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Kanalstraße bei Bad Bodenteich gesperrt ist. Trotzdem befährt ein rotes Auto aus Richtung Lüder kommend den Weg.

Laut dem Bauamtsleiter der Samtgemeinde Aue, Alexander Kahlert, ist das kein Einzelfall. Seit die Ortsdurchfahrt der L 2 70 in Bad Bodenteich saniert wird, suchten sich die Autofahrer und Co. ihre Schleichwege. Doch das ist für den Flecken sowie die Samtgemeinde durchaus ein Problem. „Sie fahren uns alles kurz und klein“, schildert Kahlert.

Auch auf den Kosten für die erforderlichen Reparaturen bleibe man sitzen, da die Landesstraßenbaubehörde nur die Kosten für Schäden an der offiziellen Umbaustrecke übernimmt. „Wir sind im Zukunftsvertrag und müssen noch einige Millionen Euro Schulden abbauen, da können wir uns die Kosten eigentlich nicht leisten“, sagt Kahlert. Denn für die Beseitigung von Schäden des Wegeseitenrandes fallen schnell Kosten von 10 000 Euro an.

Doch nicht nur die Kanalstraße bereitet in dieser Hinsicht Sorgen. Verkehrsteilnehmer kürzen auch über einen Gemeindeverbindungsweg zwischen Schostorf und Schafwedel ab und weichen von der offiziellen Umleitung ab. „Auch 40-Tonner sind auf den Strecken unterwegs und verursachen große Schäden“, schildert Kahlert. Gewichtsbeschränkung und Sperrung würden ignoriert. Es gehe sogar so weit, dass Verkehrsschilder und Warnbaken beiseitegestellt, die Böschung herunter geschmissen oder gestohlen werden. „Allein zur Kanalstraße fährt der Bauhof mehrmals am Tag, um die Schilder wieder aufzustellen“, berichtet er.

Klar sei für ihn, dass viele Verkehrsteilnehmer sich an die Regeln halten würden und die offiziellen Umleitungen fahren. „Wer aber bewusst Verkehrsschilder ignoriert, sollte dafür konsequent bestraft werden“, sagt Kahlert. Wer den Führerschein habe, wisse, was erlaubt und was verboten sei. „Ansonsten kann ich nur an die Vernunft aller appellieren, die Regeln zu befolgen“, sagt Kahlert.

Wer sich nicht an das Durchfahrtverbot hält, den erwartet ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro, wenn er mit dem Motorrad unterwegs war. 55 Euro sind für diejenigen fällig, die mit dem Auto, Gespann, Wohnmobil oder Bus die Straße befahren. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen werden 100 Euro fällig, teilt der Kreissprecher Martin Theine auf Nachfrage der AZ mit. Die Absperrungen seien in Rücksprache mit der Samtgemeinde erfolgt. Die Kontrolle des Durchfahrtsverbots falle in die Zuständigkeit der Polizei.

Diese hat laut Polizeisprecherin Antje Freudenberg das Durchfahrtsverbot für die Kanalstraße mehrfach kontrolliert. Dabei seien bisher Verwarnungen ausgesprochen worden, und die Betroffenen mussten wenden und zurückfahren. Denjenigen, die danach noch einmal auf der Strecke unterwegs seien, drohe dann ein Bußgeld. VON LARS LOHMANN

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