Schützenhaus: Opposition spricht von „Skandal“ / Staßar: „Eine Unterstellung“

Späte Infos über Baumängel

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Schützenhaus Bad Bodenteich

Bad Bodenteich. Harte Kritik üben die Oppositionsparteien in Bad Bodenteich an der Verwaltung des Fleckens. In einem Schreiben bemängeln die Räte der SPD/GFW-Gruppe zu späte Informationen über den baulichen Stand des Bodenteicher Schützenhauses.

Konkret kritisiert die Fraktion, dass ein Gutachten über die Baumängel bereits am 25. April bei der Verwaltung eingegangen wäre. Aber erst fast sechs Wochen später, am 1. Juni, sei das Gutachten den Räten zur Einsicht in das Ratsinformationssystem eingespeist worden.

Nun ist das Gutachten im Verwaltungsausschuss besprochen worden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Erschrocken“ seien die Räte gewesen über den Zustand von Elektrik und Lüftung, der dort dargestellt worden sei.

Vom Gemeindedirektor Frank Juchert habe die Gruppe gehört, dass er die Gutachten an den Landkreis gesandt habe. Da von dort keine weiteren Maßnahmen gefordert worden seien, sei er davon ausgegangen, dass das Schützenhaus weiter genutzt werden könne. Das hält die SPD/GFW-Gruppe für einen „Skandal“. Ein Skandal sei es auch, dass durch mangelnde Steckdosen im Gebäude auch die Kinder Gefahren ausgesetzt gewesen seien. Davon wusste die Verwaltung laut der Gruppe schon vor dem Schützenfest.

Die Räte der Opposition vermuten nun, dass das Schützenfest des Fleckens (die Proklamation des Königs war am 29. Mai) über die Zeit gerettet werden sollte: „Wären die Gutachten zeitnah (25.04.) der Politik bekannt gemacht worden, dann hätte noch vor Beginn des Schützenfestes eine umgehende VA- oder sogar ein öffentliche Ratssitzung einberufen werden müssen“, heißt es.

Das sind harsche Anschuldigungen, gegen die sich Frank Juchert wehrt. Er habe die relevanten Instanzen benachrichtigt, nämlich die Bauaufsicht und den Landkreis Uelzen. Auf eine Nachfrage hin, was zu tun sei, habe es keine weiteren Anweisungen gegeben. Als nächstes habe er die Gutachten dem Verwaltungsausschuss und damit den politischen Vertretern eröffnet. Die Verwaltung ermittele noch Kosten für Nachbesserungen – das koste wegen der vielen Experten Zeit. Kurzfristig abzustellende Mängel seien mittlerweile schon behoben.

Das Schützenfest trotz des Gutachtens „retten“, wie es die Opposition ihm nun vorwirft, habe er nicht gewollt. Die Überlegung „hat für mich keine Rolle gespielt“, so Juchert. Bürgermeister Edgar Staßar nimmt den Gemeindedirektor da in Schutz. Zwar räumt er ein, dass es eine Sondersitzung schon früher hätte geben können, die Anschuldigung, Infos seien wegen des Schützenfestes verschleppt worden, „das ist eine Unterstellung“. In der nächsten Woche wird das Thema im Gemeinderat besprochen, Staßar hofft dort auf eine sachliche Diskussion.

Von Kai Hasse

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