Ärger um Vertrag mit dem Flecken: Pächter hat Bad Bodenteicher „Seeparkterrasse“ dicht gemacht

Sommer naht – doch Kiosk schließt

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Michael Voß, Pächter des Kiosks im Bad Bodenteicher Seepark, ist frustriert. Er kritisiert, dass der Flecken wesentliche Punkte des Pachtvertrages nicht erfüllt habe. Deshalb hat Voß den Kontrakt jetzt gekündigt und den Kiosk dauerhaft geschlossen. 

Bad Bodenteich. Himmelfahrt und Pfingsten stehen vor der Tür, die Wetteraussichten sind gut. Doch Ausflügler, die an den Feiertagen im Bad Bodenteicher Seepark Minigolf spielen, Tretboot fahren oder etwas essen wollen, schauen in die Röhre.

Pächter Michael Voß hat den Kiosk „Seeparkterrasse“ vor Kurzem geschlossen und ist von seinem Pachtvertrag zurückgetreten. Damit reagiert Voß, der den Kiosk samt Minigolfbahn und Bootsverleih im April 2016 übernommen hat, nach eigenen Worten auf „Vertragsunzuverlässigkeiten“ seitens der Bodenteicher Verwaltung.

Und Voß spart nicht mit Kritik. Der Flecken habe ihm beim Vertragsabschluss zugesichert, die unebenen Steinplatten und die maroden Umrandungen der Spielstationen auf der Minigolfanlage zu sanieren. Das sei bis heute nicht geschehen – mit fatalen Folgen. „Dort sind schon ein paar mal ältere Personen gestolpert und gefallen“, berichtet Voß.

Versprochen habe der Flecken ihm auch, die Sitzbänke auf dem Grillplatz zu erneuern, die Sträucher an den Wegen zu schneiden sowie neue Tretboote und Kajaks für die Seepark-Teiche anzuschaffen. Auch darauf wartet Voß bislang vergeblich. „Ich habe meinen Part des Pachtvertrages erfüllt, doch der Flecken hat mich hängen lassen“, beklagt der Varbitzer. Mehrfach habe er in Briefen und in Gesprächen mit Gemeindedirektor Hendrik Kunitz und Kurverwaltungschef Torsten Nowotny die Erfüllung des Pachtvertrages eingefordert. „Aber man hat ständig vertröstet.“

Immer wieder hätten sich Besucher über den Zustand der Minigolfanlage beschwert. „Ich habe für eine Situation Schelte bezogen, die ich nicht zu verantworten habe. Das ist deprimierend.“ Auch wenn die Minigolfbahn die Haupteinnahmequelle seines Betriebes war, hat er schließlich die Notbremse gezogen. Der Kiosk sei für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen, doch er habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als den Vertrag zu kündigen. Auch die Toiletten am Parkplatz des Seeparks wurden inzwischen geschlossen, denn für diese war Voß ebenfalls zuständig.

Gemeindedirektor Kunitz hüllt sich zu diesen Aussagen und zur Kiosk-Schließung in Schweigen. „Ich werde dazu keine Stellungnahme abgeben. Das ist ein schwebendes Verfahren“, sagt er auf AZ-Anfrage. Zunächst müsse er den Vorgang prüfen und mit den politischen Gremien reden.

Die Bürger haben indes kein Verständnis dafür, dass es im Seepark vorerst keine Freizeitmöglichkeiten oder gastronomische Angebote gibt. „Und das will ein Kurort sein. Lächerlich so was“, heißt es beispielsweise auf Facebook. Dort berichtet ein Nutzer, er sei mit seinen Kindern durch den halben Landkreis gefahren, um im Seepark Tretboot zu fahren, und nun „mega enttäuscht“. Ein anderer Nutzer empfiehlt: „Komme mit den Lütten nach Hösseringen zum Hardausee. Idylle pur und Tretboote sind auch da.“

Von Bernd Schossadowski

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