„Es hat sich wirklich gelohnt“

Glasfaser-Vorvermarktung im Südkreis: Multiplikatoren erleben Kurioses, aber auch viel Erfreuliches

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Sie haben es gemeinsam geschafft: Diese Multiplikatoren, zumeist aus der Gemeinde Lüder, stehen stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Unterstützer der erfolgreichen Vorvermarktungsphase für das Glasfaserprojekt im Cluster 6.

Bad Bodenteich/Lüder. An jenes Erlebnis beim Besuch eines Wohnhauses in Lüder wird sich Ratsfrau Madushani Monard noch lange erinnern. Im strömenden Regen stand sie vor der Haustür, die älteren Bewohner machten nicht auf.

Auch in Bad Bodenteich herrscht Freude, dass die Quote von 60 Prozent erreicht wurde (von links): Werner Schulz, Bürgermeister Edgar Staßar, Jörg Formella und Gemeindedirektor Hendrik Kunitz.

„Ich rief: ,Ich komme vom Gemeinderat!’, doch als Antwort bekam ich nur ,Wir kaufen nichts!‘ zu hören“, erzählt Madushani Monard schmunzelnd. „Das ist mir drei Mal passiert. Manche älteren Leute lassen Besucher, die sie nicht kennen, nicht rein.“ Es waren einige ungewöhnliche, aber auch viele schöne Begegnungen, die die ehrenamtlichen Multiplikatoren für das Glasfaserprojekt im Ausbaugebiet 6 in den vergangenen drei Monaten hatten. Eine Vielzahl von ihnen hatte die unterversorgten Haushalte in den Gemeinden Bad Bodenteich, Lüder und Soltendieck besucht, um sie vom schnellen Internet zu überzeugen. Großen Einsatz zeigte auch Alexander Kahler, Glasfaser-Koordinator der Samtgemeinde Aue, bei dem die Fäden für das Projekt zusammenliefen und der allen Multiplikatoren herzlich dankt.

In den Clustern 7 (Gemeinden Oetzen, Rätzlingen und Suhlendorf) sowie 8 (Gemeinde Suderburg) waren ebenfalls zahllose Multiplikatoren unterwegs. Sie alle freuen sich nun, dass die drei Cluster die erforderliche Vorvermarktungsquote von 60 Prozent erreicht haben (AZ berichtete).

„Es war eine Mammut-Aufgabe, aber es hat sich wirklich gelohnt“, ist Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar froh. Manchmal habe es viel Überzeugungskraft gekostet, ältere Menschen, die keinen Computer haben, dafür zu gewinnen. „Bei einigen war ich drei- oder viermal. Zu guter Letzt haben sie aber doch gesagt, sie sind dabei“, schildert Staßar.

Das bestätigt sein Stellvertreter Werner Schulz: „Eine 85-jährige Frau, die nur telefonieren und nicht im Internet surfen will, hat gesagt: ,Ich mache mit, denn ich möchte nicht, dass es an mir scheitert.‘“ Auch Ratsfrau Dr. Birgit Janßen war „fast jeden Tag bei Wind und Wetter“ unterwegs, um in Flinten, Bomke und anderen Bodenteicher Ortsteilen Vorverträge abzuschließen. Das ist auch nach dem Erreichen der 60-Prozent-Quote noch möglich. Bis zum Jahresende können diese bei der Bad Bodenteicher Kurverwaltung abgegeben werden.

Überwiegend gute Erfahrungen bei den Hausbesuchen haben auch die Multiplikatoren in der Gemeinde Lüder gemacht. Dort liegt die Quote sogar bei über 70 Prozent, teilt Bürgermeister Jürgen Schulze mit. Entscheidend sei das persönliche Vertrauensverhältnis gewesen, so Ratsherr Tankmar Sauer. „Ein Mann hat mir erklärt: ,Eigentlich will ich nicht abschließen, aber wenn du mir das sagst, glaub‘ ich das.‘“

Sehr professionell lief die Vorbereitung der Multiplikatoren in Lüder ab. Dort hatten Daniel Spors und Benjamin Schröter eine digitale Übersicht aller Häuser im Cluster 6 erstellt. Mit farbigen Fähnchen war markiert, wer schon seinen Glasfaservertrag abgegeben hat oder wer nicht daran interessiert ist. Ratsfrau Marie-Luise Stünkel aus Langenbrügge fasst die Vorvermarktung zufrieden zusammen: „Die Kommunikation im Dorf hat sich verbessert. Man ist mal zu Bürgern gekommen, mit denen man sonst keinen Kontakt hatte.“

Von Bernd Schossadowski

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