Baumfällungen auf Fläche in Bad Bodenteich

Neubau der Seepark-Klinik rückt näher

Eine Grafik mit zwei rot markierten Gebäudekörpern des Neubaus.
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So sieht der Entwurf für den Neubau der Klinik für Akutpsychosomatik in Bad Bodenteich aus.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Die Bad Bodenteicher Seepark-Klinik wird erweitert. Direkt neben dem Hauptgebäude soll ab Herbst die neue Klinik für Akutpsychosomatik errichtet werden. Dazu sind jetzt auf dem Grundstück Bäume gefällt worden.

Bad Bodenteich – Es knirscht und kracht im Holz, als die mächtigen Greifer des Baggers den Stamm umklammern und ihn mit gewaltiger Kraft durchtrennen. Direkt neben dem Hauptgebäude der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik werden derzeit Bäume gefällt. Denn auf dieser Fläche wird ab Herbst der Neubau der Klinik für Akutpsychosomatik errichtet. In dem modernen Gebäude des Mediclin-Konzerns sollen Patienten mit Essstörungen künftig noch gezielter behandelt werden. Die Eröffnung ist für Mitte 2023 vorgesehen.

Insgesamt wird eine Fläche von 10 000 Quadratmetern gerodet, erklärt André Pieper-Christensen, technischer Leiter der Seepark-Klinik. „Aber auf den Ausgleichsflächen rund um Bad Bodenteich und Lüder pflanzen wir viel mehr neue Bäume nach, als hier gefällt werden“, betont Geschäftsführer Ulrich Fernim.

Das neue, vier Etagen hohe Klinikgebäude wird eine Nutzfläche von 6700 Quadratmetern haben und damit etwa so groß wie der bestehende Bau sein. Geplant sind zwei 40 mal 40 Meter große, kubusförmige Baukörper mit begehbaren Innenhöfen. „Alles soll offen, hell und freundlich gestaltet werden“, blickt Fernim voraus. Verbunden werden die beiden versetzt angeordneten Gebäudeteile durch einen Zwischentrakt.

Nach der Fertigstellung soll der Krankenhausbereich mit der akutpsychosomatischen Abteilung, der bisher im Altgebäude der Seepark-Klinik untergebracht ist, vollständig in den Neubau umziehen. „In unserem Bestandsgebäude wird dann zu hundert Prozent der Reha-Bereich eingerichtet“, erläutert Fernim. „Künftig werden wir in beiden Gebäuden zusammen 330 Betten anbieten können. Das ist deutlich mehr als bisher.“ Darüber hinaus wolle die Klinik etwa 60 Vollzeitstellen zusätzlich schaffen

Große Nachfrage nach psychosomatischen Leistungen

Mit ihrer räumlichen Erweiterung will die Klinik der stark gestiegenen Nachfrage nach psychosomatischen Leistungen begegnen. „Die Rehabilitation besitzt einen hohen Stellenwert und hat durch die Corona-Pandemie einen noch höheren erhalten“, schildert Fernim. Daher hat die Klinik zum 1. Februar mit Kathleen Hyde eine neue Chefärztin eingestellt. Sie hat die Leitung der Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie für Erwachsene (Rehabereich) übernommen.

Entscheidend für die Umsetzung des 34,5 Millionen Euro teuren Bauvorhabens sei die Zuweisung von Fördermitteln, betont Fernim. Für die erste Rate über zehn Millionen Euro habe die Seepark-Klinik bereits eine feste Zusage vom Land Niedersachsen bekommen. Jetzt hofft Fernim, dass das Land auch für die weiteren 17 Millionen Euro, die Sozialministerin Dr. Carola Reimann im Januar 2020 als Zuschuss für den Klinik-Neubau angekündigt hatte (AZ berichtete), einen Bescheid erteilt. Die restlichen 7,5 Millionen Euro wird der Mediclin-Konzern beisteuern.

„Die bisher zugesagten zehn Millionen Euro reichen bis einschließlich der europaweiten Ausschreibung des Neubaus, die wir ab April starten wollen“, sagt Fernim. Die zusätzlichen Fördermittel seien dringend erforderlich, denn allein die Rohbaukosten beliefen sich auf rund 15 Millionen Euro. „Wir sind in guten Gesprächen mit dem Land, brauchen aber Planungssicherheit, also verbindliche Bescheide für die restliche Summe“, so Fernim.

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