Schulstandorte in Gefahr?

Die Grundschulen in Lüder und Soltendieck sollen, wenn es nach den Eltern geht, möglichst erhalten bleiben. Entscheidungsträger ist die Samtgemeinde.

Bad Bodenteich - Von Jörn Nolting. Von einem Damoklesschwert, das über den beiden kleinen Grundschulen der Samtgemeinde Bodenteich hängt, sprach Carola Gräflich aus Lüder während der Informationsveranstaltung zur Schulentwicklung im Bad Bodenteicher Schützenhaus. Jede Menge Zuhörer – vorwiegend Eltern – waren gekommen, um den Ausführungen der Bodenteicher Samtgemeindeverwaltung und denen der Landesschulbehörde zu lauschen.

Frank Juchert, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, erläuterte das Gutachten zur Schulentwicklung, das der Landkreis Uelzen in Auftrag gegeben hatte. Er skizzierte den Bevölkerungsrückgang des Landkreises, der über dem Durchschnitt liegt. „Im Jahr 2015/2016 werden die Schülerzahlen ihren Tiefpunkt erreicht haben“, erläuterte Frank Juchert.

Für den Betrieb einer Grundschule ist laut Landesbehörde eine Jahrgangsstärke von 24 Kindern notwendig. In Bad Bodenteich werden es in naher Zukunft 22 Kinder, in Lüder neun und in Soltendieck sechs Kinder sein. „Wenn in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht mehr als acht Kinder eingeschult werden, dann soll eine Schule geschlossen werden“, zitierte der Allgemeine Vertreter des Verwaltungschefs die Empfehlung der Landesschulbehörde. Doch liegt es im Ermessen der Samtgemeinde als Schulträger, ob eine Schule nun geschlossen oder weitergeführt werden soll. Doch auch das Land hat durchaus Interesse, die Zahl der Grundschulen in der Samtgemeinde auf eine zu reduzieren, weil so Lehrkräfte eingespart werden können. Zwar stimmen die Zahlen über die Schülerentwicklung des Schulgutachtens nicht eins zu eins mit den Zahlen des Bodenteicher Bürgeramtes überein, doch eine Tendenz ist klar erkennbar: Die Zahl der neuen ABC-Schützen nimmt ab. So wird beispielsweise in Soltendieck schon jahrgangsübergreifend unterrichtet.

Laut Annegret Krause von der Landesschulbehörde sind die beiden kleinen Schulen derzeit zu mehr als 100 Prozent mit Lehrerstunden versorgt und auch den Unterricht hält sie für differenziert genug.

„Mir ist nicht bekannt, dass schon seitens des Landes eine Schule geschlossen werden musste“, beruhigte die Vertreterin der Landesschulbehörde die Zuhörer. Die Entscheidung liegt in der Hand der Samtgemeinde.

„Heute soll keine Entscheidung gefällt werden, sondern wir wollen nur alle Eltern sensibilisieren“, erläuterte Frank Juchert. Die neue Samtgemeinde Aue wird sich mit dem Thema beschäftigen müssen und ausloten, ob die Schulstandorte erhalten bleiben sollen.

„Wenn eine Schule vor Ort nicht mehr geliebt wird, dann ist sie in Gefahr. Aber das sehe ich an keinem Standort der Samtgemeinde“, sagte Bodenteichs stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Claus-Dieter Reese und wies darauf hin, dass zur Zeit kein Standort gefährdet ist.

Der neue Rat wird sich des Themas annehmen und diskutieren. „Da wird nicht gleich die große Keule geschwungen“, mutmaßt Reese. Langfristig kann jedoch niemand versichern, dass die Schulstandorte bestehen bleiben. Und auch Annegret Krause von der Landesschulbehörde gab zu bedenken: „Die Schließung einer Schule darf kein Tabu sein. Die Vor- und Nachteile müssen nüchtern betrachtet werden.“

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